Merck: Rekordergebnis – Pharmakonzern punktet im Labor

Merck
Rekordergebnis – Pharmakonzern punktet im Labor

Merck macht dank Zuwächsen im Laborgeschäft und in seiner Spezialchemiesparte mehr Gewinn. Vorstandschef Kley präsentiert Rekordzahlen. Doch sein Nachfolger muss vor allem in einem Bereich ansetzen.

FrankfurtMerck-Chef Karl-Ludwig Kley verabschiedet sich mit einem Rekordergebnis beim Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern. „2015 war nicht nur ein ereignisreiches Jahr für Merck, sondern vor allem ein erfolgreiches“, zog Kley am Dienstag Bilanz. „Mit der Akquisition von Sigma-Aldrich haben wir den Portfolio-Umbau der letzten Jahre erfolgreich abgeschlossen.“

Dem Pharma- und Chemiekonzern kam neben dem 17 Milliarden Dollar schweren Zukauf des US-Laborausrüsters auch noch der kleinere Erwerb der britischen Spezialchemiefirma AZ sowie Währungseffekte zu Gute. Die Aktionäre profitieren von einer fünf Cent höheren Dividende von 1,05 Euro.

2015 steigerte Merck den bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) um sieben Prozent auf 3,6 Milliarden Euro und verdiente damit operativ so viel wie nie zuvor. Im Schussquartal übertraf das Ebitda mit einem Anstieg von gut sechs Prozent auf 933 Millionen Euro deutlich die Analystenerwartungen. Der Umsatz legte im Gesamtjahr um 13 Prozent auf einen Rekordwert von 12,8 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich sank der Konzerngewinn jedoch wegen Kosten im Zusammenhang mit der Sigma-Übernahme um knapp vier Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Für 2016 stellte Kley, der nach der Hauptversammlung Ende April das Ruder an Vize-Chef Stefan Oschmann übergibt, weitere Zuwächse in Aussicht. Der bereinigte Betriebsgewinn soll um einen niedrigen zweistelligen Prozentbereich zulegen. Der Umsatz soll dank der Übernahme von Sigma-Aldrich ebenfalls im niedrigen zweistelligen Prozentbereich wachsen.

Im vergangenen Jahr legte Merck vor allem im Life-Science-Bereich, der Produkte für die Pharmaforschung anbietet und durch die Sigma-Aldrich-Übernahme an Bedeutung gewinnt, deutlich zu. Das bereinigte Betriebsergebnis der Sparte schnellte um 30 Prozent in die Höhe. In der Gesundheitssparte stagnierte das Ergebnis dagegen wegen höherer Kosten für Marketing und Vertrieb sowie weggefallener Lizenzerlöse.

Merck musste zudem bei seinen beiden umsatzstärksten Medikamenten, dem Mutiple-Sklerose-Mittel Rebif und dem Krebsmittel Erbitux, Umsatzrückgänge verdauen. Dagegen stieg das Ergebnis im Spezialchemiegeschäft unter anderem wegen Währungseffekten und dank AZ um mehr als ein Viertel.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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