Merck-Sparte
Bayer offenbar kurz vor Milliardenzukauf

Im Geschäft mit rezeptfreien Arzneien ist Bayer dank Aspirin bereits eine Größe. Jetzt strebt der Pharmakonzern die Marktführerschaft an. Mit der Übernahme der entsprechenden Merck-Sparte könnte das gelingen.
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New YorkDer Pharma- und Chemiekonzern Bayer steht nach Informationen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg kurz vor einem Milliardenzukauf. Der Leverkusener Konzern führe exklusive Verhandlungen über einen Kauf der Sparte für rezeptfreie Medikamente des US-Konzerns Merck & Co, hieß es unter Berufung auf mit der Sache vertraute Kreise. Sprecher beider Unternehmen wollten dazu keinen Kommentar abgeben.

Bayer bereite sich auf einen Kaufpreis von 14 Milliarden US-Dollar (rund 10 Milliarden Euro) vor, berichtete Bloomberg unter Berufung auf die Kreise weiter. Im Prinzip seien sich die Konzerne einig, arbeiteten aber weiterhin an Details und hätten noch keine formelle Übereinkunft getroffen, hieß es. Eine Ankündigung des Geschäfts dürfte demnach in den kommenden Tagen erfolgen.

Erst am Mittwochabend war der britische Konzern Reckitt Benckiser aus dem Rennen um die Sparte des US-Konzerns Merck & Co ausgestiegen. Offenbar war dem Pharma- und Konsumgüterhersteller der Preis zu hoch. Die Briten galten lange als Favorit im Rennen.

Rezeptfreie Mittel sind derzeit in der Gesundheitsbranche begehrt. Sie gelten als wichtiger Stabilisator mit geringeren Risiken im Vergleich zum klassischen Pharmageschäft. Der Markt ist weltweit stark zersplittert. So kamen laut einer Studie von JP Morgan vor den jüngsten Umwälzungen die zehn größten Akteure nur auf einen Marktanteil von einem Viertel. Merck & Co hat in diesem Bereich Fußpflegeprodukte Sonnencremes und Allergiemittel im Angebot. Den Großteil der Umsätze erwirtschaftet das Unternehmen dabei in Amerika. Auch dem französischen Pharmakonzern Sanofi und anderen Konzernen war in der Vergangenheit Interesse an der Sparte von Merck nachgesagt worden.

Viele Experten und Analysten halten den nun genannten Preis von rund 14 Milliarden Dollar, um den es sich handeln soll, für hoch. Dennoch konnte die Bayer-Aktie am Freitagmorgen leichte Kursgewinne erzielen.

Bayer will bereits seit längerem die Nummer eins im Markt für rezeptfreie Arzneimittel werden. Erst zu Wochenbeginn hatte Konzernchef Marijn Dekkers diesen Anspruch bestätigt. Das bekannteste Produkt der Leverkusener in diesem Geschäft ist das Schmerzmittel Aspirin.

Derzeit fegt eine regelrechte Übernahmewelle durch die Branche. So erhöhte der US-Pharmakonzern Pfizer sein Gebot für den britischen Konkurrenten Astra-Zeneca. Die Amerikaner stockten ihr Angebot auf rund 63 Milliarden Pfund (77 Milliarden Euro) auf. Den größten Teil der Summe will Pfizer mit Aktien bezahlen. Pfizer kommt nach Angaben auf seiner Webseite 2013 auf rund 90.000 Beschäftigte weltweit, Astra-Zeneca auf über 50.000.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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