Industrie
Merckle bei Heidelberg-Cement vor dem Ziel

Der schwäbische Pharmaunternehmer Adolf Merckle steht mit seiner Übernahmeofferte für den Baustoffkonzern Heidelberg-Cement kurz vor der angestrebten Mehrheit. Das geht aus einer am Samstag veröffentlichten Finanzanzeige der von Merckle kontrollierten Holdinggesellschaft Spohn Cement hervor.

HB FRANKFURT. Demnach kontrolliert die Familie Merckle wenige Tage vor Ablauf der Angebotsfrist mittlerweile 49,07 % der Anteile am größten deutschen Zement- und Klinker-Hersteller. Spohn sicherte sich im Rahmen des Übernahmeangebots bislang 17,67 % und kommt zusammen mit ihrer bisherigen Beteiligung auf insgesamt 34,33 %, wie es in der Anzeige heißt. Weitere 10,91 % des Grundkapitals hielten mit Spohn „gemeinsam handelnde Personen“. Hinzu kämen 3,83 % aus dem Besitz von Tochtergesellschaften dieser Personen.

Nach früheren Angaben von Heidelberg-Cement hatte jüngst der bisher offiziell größte Aktionär des Unternehmens, die Eigentümerfamilie des Ulmer Zementherstellers Schwenk, fast zwei Drittel seiner Heidelberg-Cement-Beteiligung von zuletzt 20,5 % an Spohn Cement verkauft. Die Frist für die Annahme des Übernahmeangebots endet am Dienstag. Die obligatorische Verlängerungsfrist reicht bis zum 12. August.

Merckle peilt die Mehrheit an Heidelberg-Cement an, um das eigene Investment gegen Übernahmen zu schützen. Der Pharmaunternehmer will die bis zu 5,8 Mrd. € teure Übernahme vor allem durch Kredite und künftige Dividendenerträge der Nummer vier unter den weltgrößten Zementfirmen finanzieren.

Die von Merckle kontrollierte Spohn hat 60 € für jede Heidelberg-Cement-Aktie geboten. Vorstand und Aufsichtsrat von Heidelberg-Cement hatten die Offerte als angemessen bezeichnet, eine Empfehlung an die Aktionäre aber vermieden. Merckle hatte Anfang des Jahres bereits seinen Vertrauten Bernd Scheifele als Vorstandschef bei Heidelberg-Cement installiert.

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