Merckle-Gruppe
Berichte: Kässbohrer soll verkauft werden

Der zur angeschlagenen Merckle-Gruppe gehörende Pistenfahrzeug-Bauer steht offenbar vor dem Verkauf. Noch Mitte Januar hatte es geheißen, Kässbohrer bleibe von der Zerschlagung des Merckle-Imperiums verschont.

HB LAUPHEIM. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG habe eine Bewertung bei Kässbohrer durchgeführt, berichten die "Wirtschaftswoche" und die "Financial Times Deutschland" und die unter Berufung auf Finanzkreise. Demnach legten die Prüfer den Wert des Unternehmens auf 100 Millionen Euro fest. Ein Berater für den nun eingeleiteten Verkaufsprozess sei aber noch nicht gefunden, hieß es in dem Bericht. Das Unternehmen mit Sitz in Laupheim (Kreis Biberach) selbst wollte sich dazu nicht äußern.

Noch Mitte Januar hatte es geheißen, der Pistenfahrzeug-Bauer Kässbohrer bleibe von der Zerschlagung des Merckle-Imperiums verschont. "Es liegt kein Auftrag vom Aufsichtsrat vor", sagte damals eine Sprecherin. Der Hauptaktionär von Kässbohrer ist die LuMe Vermögensverwaltung. Diese gehört Ludwig Merckle, dem ältesten Sohn des toten schwäbischen Milliardärs Adolf Merckle. Kässbohrer betonte Mitte Januar, dass das Unternehmen finanziell unabhängig von seiner Muttergesellschaft sei. Schon immer habe das Unternehmen seinen Finanzierungsbedarf mit Krediten seiner Hausbanken finanziert.

Die Merckle-Gruppe war Ende vergangenen Jahres in eine finanzielle Schieflage geraten. Auf Druck der Gläubigerbanken muss die Familie sich nun von einem Teil ihrer Firmen trennen. Zur Merckle-Gruppe gehören der Generika-Hersteller Ratiopharm, der Baustoffkonzern Heidelberg Cement und der Arzneimittelhändler Phoenix. Der Verkauf von Ratiopharm ist bereits beschlossen. Auch eine Veräußerung von Phoenix gilt als wahrscheinlich.

Kässbohrer verbuchte im Geschäftsjahr 2007/2008 (30. September) wegen des milden Winters erneut einen Umsatz- und Gewinnrückgang. Die Erlöse sanken um vier Prozent auf 175,7 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Abgaben (Ebit) verringerte sich von 18,2 Millionen auf 15,5 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss sackte von 14,9 Millionen auf 8,9 Millionen nach unten.

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