Merckle-Imperium
Merckle-Imperium: Tauziehen um Treuhänder

Die Neuordnung der Firmengruppe des verstorbenen Unternehmers Adolf Merckle kommt nur mühsam voran. Gut einen Monat nach Vereinbarung eines Überbrückungskredits für die Gruppe haben sich Familie und Banken noch immer nicht auf einen Treuhänder verständigt, der die geplanten Firmenverkäufe steuern soll.

FRANKFURT. Die Gläubigerbanken der Gruppe wollen in dieser Funktion eine möglichst starke Persönlichkeit installieren, die dem von der Merckle-Holding VEM als Berater verpflichteten Insolvenzspezialisten Eberhard Braun Paroli bieten kann. Bisherige Kandidaten, darunter ein Vertreter der Kanzlei Wellensiek, wurden von der Familie abgelehnt. Inzwischen wird deshalb über ein mehrköpfiges Gremium in der Rolle des Treuhänders diskutiert.

Beide Seiten zeigen sich aber zuversichtlich, den geplanten Fahrplan für die Entschuldung des Merckle-Imperiums weitgehend einhalten zu können. VEM und andere Holdingfirmen von Merckle sind zusammen mit etwa fünf Mrd. Euro Finanzschulden belastet, bedingt vor allem durch den kreditfinanzierten Kauf von Heidelberg-Cement-Anteilen, und waren im November in Liquiditätsnöte geraten. Nach monatelangen Verhandlungen verständigten sie sich Anfang Januar mit mehr als drei Dutzend Gläubigerbanken auf einen Überbrückungskredit. Er soll bis Ende März durch einen Sanierungskredit abgelöst werden, den die Gruppe wiederum durch den Verkauf von Unternehmen weitgehend tilgen soll.

Primärer Verkaufskandidat ist dabei weiterhin der zu VEM gehörende Pharmahersteller Ratiopharm. Geplant ist ferner der Verkauf von Anteilen an Heidelberg Cement und als dritter Schritt möglicherweise auch ein Verkauf des Pharmahändlers Phoenix.

Ein Verkaufsmandat für Ratiopharm soll nach Informationen aus dem Unternehmensumfeld im Laufe der nächsten Wochen erteilt werden. Das Problem sei hier nicht die Preisfindung sondern allenfalls die Frage, wer die Finanzierung stemmen könne, heißt es mit Blick auf potenzielle Interessenten. Dabei dürfte es vor allem um potenzielle Bieter aus der Private-Equity-Szene oder konkurrierende Generikahersteller gehen. Darüber hinaus gelten auch einige große Pharmakonzerne als mögliche Käufer von Ratiopharm, darunter vor allem der französische Konzern Sanofi-Aventis.

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