Merkel setzt auf Magna
RHJ will Opel-Werk in Eisenach stilllegen

Das Rennen um Opel geht in die entscheidende Phase. Bis zum Wochenende wollen die beiden Opel-Interessenten Magna und RHJ unterschriftsreife Verträge mit GM ausgehandelt haben. Wie der Autozulieferer und Rivale plant auch RHJ schmerzhafte Einschnitte - 10 000 Jobs sollen weg. Und trotzdem hat der Finanzinvestor gute Karten.

BERLIN/MÜNCHEN/FRANKFURT. Das Rennen um Opel geht in die entscheidende Phase: Bis zum Wochenende wollen die beiden Opel-Interessenten Magna und RHJ unterschriftsreife Verträge mit GM ausgehandelt haben. Wie der kanadisch-österreichische Autozulieferer und Rivale plant auch RHJ schmerzhafte Einschnitte.

Nach dem neuen Konzept des Finanzinvestors, das dem Handelsblatt vorliegt, soll das belgische Opel-Werk Antwerpen bereits im Frühjahr 2010 geschlossen und der thüringische Standort Eisenach für zwei Jahre stillgelegt werden, bevor 2012 dort die Produktion wieder anlaufen könnte. Die Arbeitsplätze in Eisenach sollen nahezu vollständig erhalten bleiben, dagegen stünden in Bochum, Rüsselsheim und Kaiserslautern rund 3 900 Arbeitsplätze vor dem Aus. Insgesamt plant RHJ einen Abbau von rund 10 000 Jobs in Europa.

RHJ International will dem Opel-Mutterkonzern General Motors keinerlei vertragliche Zusagen über einen Rückkauf gewähren. "Es gibt keine Verpflichtung, dass RHJ zu irgendeinem Zeitpunkt seinen Opel-Anteil wieder an General Motors zurückverkauft", sagte RHJ-Verhandlungsführer Gerd Häusler dem Handelsblatt. Klare Absicht von RHJ sei es, Opel als eigenständige Marke auszubauen.

Insbesondere Arbeitnehmervertreter von Opel hatten RHJ in den vergangenen Tagen vorgeworfen, nur ein Steigbügelhalter für GM zu sein und schon jetzt für die Zeit zu planen, wenn das Unternehmen wieder an die US-Muttergesellschaft zurückgehen soll. Am Wochenende will das Unternehmen einen unterschriftsreifen Vertrag für einen Einstieg bei Opel vorlegen.

RHJ, eine Beteiligung der Private-Equity-Gesellschaft Ripplewood, dementierte derartige Absichten. "Solange die staatliche Hilfe nicht vollständig zurückgezahlt wird, ist ein Ausstieg oder Weiterverkauf der Opel-Anteile ohnehin ausgeschlossen", sagte Häusler. Für die Zeit danach seien ein Verkauf an einen dritten Investor oder ein Börsengang denkbar. Mithin Optionen, die Private-Equity-Gesellschaften bei den allermeisten ihrer Investments prüfen.

"Wir sehen uns bei Opel als einen strategischen Investor mit langfristigem Horizont. RHJ hat kein Interesse, wie uns manchmal unterstellt wird, Opel kurzfristig weiterzuveräußern", sagte Häusler. RHJ strebt einen Anteil von 50,1 Prozent an der neuen Opel-Gesellschaft an und will insgesamt 275 Mio. Euro Eigenkapital einbringen.

Das Rennen um Opel geht nun in die entscheidende Phase. Bis zum Wochenende wollen die beiden Opel-Interessenten Magna und RHJ unterschriftsreife Verträge mit GM ausgehandelt haben.

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