Merkel trifft EADS-Spitze
EADS stützt Banken-Lösung

Am Freitag trifft Bundeskanzlerin Angela Merkel die Führung des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS. Dabei wird es vor allem um die Konzern-Anteilen in deutschen Händen gehen. EADS ist Konzernkreisen zufolge einverstanden mit dem Vorschlag, den die Bundesregierung zuletzt gemacht hat.

PARIS / BERLIN. Der deutsch-französische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS will den von der Bundesregierung geplanten Einstieg eines Bankenkonsortiums bei EADS akzeptieren. „Damit können wir leben. Das ist allemal besser als der direkte Einstieg des Staates“, verlautete aus Konzernkreisen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rechnet ebenfalls mit einem positiven Ergebnis ihres Gesprächs mit den beiden EADS-Spitzen Thomas Enders und Louis Gallois. „Die Unterstützung der EADS-Konzernführung zu unserer vorgeschlagenen Beteiligung mehrerer Finanzinvestoren bringt uns einen entscheidenden Schritt weiter“, heißt es in der Regierungszentrale. Details über den geplanten Bankeneinstieg seien indes am Freitag noch nicht zu erwarten.

Bei ihrem Treffen mit der Bundeskanzlerin wollen Enders und Gallois nicht nur über die Krise bei EADS sprechen. Gemeinsam wollen sie auch der Frage nachgehen, wie der deutsche Einfluss bei EADS gewahrt bleiben kann, wenn Daimler-Chrysler wie angekündigt ein Drittel seines 22,5-prozentigen EADS-Anteils verkauft. Auf Anfrage wollte EADS das Treffen nicht kommentieren. Es handele sich um einen „Austausch von Meinungen- und Positionen“, sagte ein Sprecher.

Daimlers bekannte Verkaufspläne haben die Bundesregierung in Alarmbereitschaft versetzt, da EADS milliardenschwere Einsparungen plant. Dabei sollen auch Stellen gestrichen werden. Die Sorge in Berlin: Sinkt der deutsche Anteil am EADS-Kapital, könnte der Stellenabbau vor allem die deutschen, und weniger die französischen Standorte treffen.

Daher sondiert Jens Weidmann, Leiter der Wirtschaftsabteilung im Kanzleramt, seit Wochen die Chancen einer privatwirtschaftlichen Lösung für die Übernahme des Daimler-Aktienpaketes. Entgegen anders lautenden Medienberichten ist die Bundesregierung auf einem guten Weg. Demnach sollen mehrere Finanzinvestoren die Daimler-Anteile übernehmen, die Stimmrechte blieben jedoch, so sieht es die EADS-Satzung vor, beim Stuttgarter Autobauer. Zusagen hat die Bundeskanzlerin bereits von Deutsche-Bank -Chef Josef Ackermann, dem Commerzbank -Vorsitzenden Peter Müller und dem deutschen Goldman-Sachs-Chef Alexander Dibelius.

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