Merkel und Chirac
Politik befürwortet angeblich EADS-Einstieg bei Thales

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS wird einem Magazinbericht zufolge beim französischen Rüstungskonzern Thales einsteigen. Darauf hätten sich die Regierungschefs von Frankreich und Deutschland geeinigt. Es bahnt sich noch ein zweites Geschäft an.

HB MÜNCHEN. Auf den Einstieg hätten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Staatspräsident Jacques Chirac in der vergangenen Woche in Berlin verständigt, berichtete das Magazin „Stern“ am Mittwoch vorab unter Berufung auf Regierungskreise. Die Höhe des Anteils stehe noch nicht fest. Bis zum Herbst solle das Geschäft gelaufen sein.

Seit Monaten werde zwischen Paris und Berlin um die Zukunft von Thales, EADS und anderen Rüstungsfirmen gerungen, berichtete das Magazin. Dem Zwang zur Konsolidierung stünden nationale Interessen gegenüber. Bisher würden Deutsche und Franzosen zudem noch streiten, ob nach dem Zusammenschluss Teile von Thales weiterverkauft werden könnten. EADS wolle den Konzern offenbar nicht vollständig übernehmen.

Das Bundespresseamt wollte sich zu dem Bericht nicht äußern und verwies darauf, dass Gespräche wie das zwischen Merkel und Chirac der Vertraulichkeit unterlägen. Grundsätzlich gelte jedoch, dass Überlegungen für eine Allianz zweier Unternehmen zunächst Sache der beteiligten Unternehmen sei, sagte ein Regierungssprecher. Entschlössen sich die Firmen zu einer Allianz, werde diese von der Bundesregierung unter wirtschaftlichen und verteidigungspolitischen Gesichtspunkten bewertet.

EADS lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab und verwies auf Aussagen der beiden EADS-Chefs Thomas Enders und Noel Forgeard bei der Bilanzpressekonferenz des Konzerns Anfang März in Paris. Forgeard hatte bekräftigt, dass eine Verknüpfung der beiden Unternehmen sinnvoll sei, Gespräche mit dem Management derzeit aber nicht geführt würden.

Ein erster Versuch, Thales zu übernehmen, war 2004 an Bedenken des deutschen Großaktionärs Daimler-Chrysler gescheitert. Die Stuttgarter hatten befürchtet, dass es bei einer Übernahme zu einem Ungleichgewicht zwischen der französischen und deutschen Seite kommen könnte. Daimler-Chrysler, der gut 30 Prozent an EADS hält, wollte sich am Mittwoch ebenfalls nicht zu dem Bericht äußern. Dem „Stern“ zufolge würden die Übernahmepläne in das Konzept von Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche passen, der sich auf das Autogeschäft konzentrieren wolle und sich im Zuge dessen von dem EADS-Anteil trennen könnte.

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