Messe BAU: Tiefensee macht Baubranche Mut

Messe BAU
Tiefensee macht Baubranche Mut

Für die Bauindustrie ist heute ein Tag, um, gute Laune zu verbreiten: In München begann die große Branchenmesse BAU. Mit dabei war auch Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Der Ruf nach staatlichen Anreizen als Teil des Konjunkturpaketes war da nicht weit. Und tatsächlich hatte Tiefensee große Worte im Gepäck.

HB MÜNCHEN. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) verspricht sich Rückenwind von der Baubranche für die lahmende deutsche Wirtschaft. Gerade in der derzeitigen Krise sei ein "kräftiger Impuls der Bauwirtschaft" nötig, um dem Abschwung entgegenzuwirken, sagte Tiefensee am Montag zum Auftakt der Messe BAU in München. Dabei könne sich die Branche auf das geplante neue Konjunkturpaket stützen. Schwerpunkte staatlicher Förderung seien unter anderem der Verkehrswege-Ausbau sowie energetische Gebäudesanierungen, vor allem für Schulen und Kindergärten.

Bei der BAU präsentieren bis Freitag 1942 Aussteller aus 42 Ländern Neuheiten zu Themen wie energieeffizientes und barrierefreies Bauen sowie zu Sanierungen und Modernisierungen von Altbauten. Auch EU-Industriekommissar Günter Verheugen hob die große Bedeutung der Branche für die gesamte Wirtschaft hervor. In der Europäischen Union seien rund 13 Mio. Menschen in der Bauwirtschaft beschäftigt. Beim allergrößten Teil der EU-weit rund drei Mio. Bauunternehmen handele es sich um kleine und mittelständische Betriebe mit weniger als 20 Beschäftigten. "Diese Unternehmen verfügen normalerweise nicht über die Kapitalausstattung, um eine längere Durststrecke zu überstehen", sagte Verheugen. Daher sei sie in der Krise auf staatliche Unterstützung angewiesen.

Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel blickt derweil nach einem leichten Umsatzplus von 1,55 Prozent im vergangenen Jahr vorsichtig optimistisch in die Zukunft. "Die im Konjunkturprogramm der Bundesregierung vorgesehenen Maßnahmen werden die öffentliche Baunachfrage stabilisieren", sagte Verbandspräsident Stefan Thurn. Von den geplanten Investitionen in Gebäude werde sicherlich ein Teil in der Branche und bei den Profi-Kunden ankommen.

Sorgen bereitet der Branche allerdings der schwache Wohnungsneubau, der voraussichtlich auch 2009 die Talsohle nicht verlassen könne. Gerade bei Wohnungen für ältere Menschen, Familien und Singles gebe es Engpässe, ergab eine Branchenstudie. Demnach müssten bis 2025 bundesweit jährlich rund 400 000 Wohnungen neu gebaut werden, doch seien es beispielsweise 2008 nicht einmal 200 000 Wohnungen gewesen. Die Politik dürfte deshalb nicht nur auf Bestandsmodernisierung setzen, forderte Hans-Georg Leuck, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau. "Der Abriss überalterter Bausubstanz und die Bebauung mit neuen, zukunftsgerechten Wohnungen ist das Lösungskonzept der Zukunft."

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