Messe "boot"
Das Wasser unter dem Kiel wird flacher

Nach mehrjährigem Boom zieht die Rezession die Bootsbranche nach unten. Insbesondere Boote der Mittelklasse verkaufen sich immer schlechter. Davon bleibt auch Düsseldorfer Traditionsmesse "boot" nicht unberührt. Die Veranstalter reagieren auf die Flaute mit einem breiteren Angebot.

DÜSSELDORF. Nein, ihre gute Laune wollen sich Bootsbranche und Düsseldorfer Messe auch durch die aufziehende Schlechtwetterfront am Konjunkturhimmel nicht verderben lassen. Schließlich gibt es in diesem Jahr einen besonderen Grund zum Feiern: Die "boot" (bis 25. Januar), eine der wichtigsten Wassersportmessen der Welt, wird 40 Jahre alt.

Doch nach einer langen Wachstumsphase mit jährlichen Steigerungsraten von fünf bis sechs Prozent können auch die Optimisten nicht mehr leugnen, dass die Rezession auch die Bootsbranche in Mitleidenschaft zieht. Bereits ab Mitte 2008 liefen die Geschäfte insbesondere in Deutschland nur noch schleppend, unter dem Strich meldet der Bundesverband der Wassersportwirtschaft (BVWW) für das vergangene Jahr einen Umsatz mit maritimen Produkten und Dienstleistungen von 1,84 Mrd. Euro, ein Minus von knapp zwei Prozent gegenüber 2007.

Insbesondere für die Hersteller von Booten der Mittelklasse wird das Wasser unter dem Kiel flacher. Nach den Worten von BVWW-Geschäftsführer Jürgen Tracht ist dieses Marktsegment besonders vom Nachfragerückgang betroffen. Denn Boote in der Preisklasse von 180 000 bis 250 000 Euro würden vorwiegend aus laufendem Einkommen und nicht aus Vermögen gekauft.

Schon 2008 waren die Umsätze mit neuen Motor- und Segelbooten um sieben Prozent gesunken, obwohl der Verkauf von Luxusyachten unverändert boomt und die Bootsbauer im ersten Halbjahr noch gute Exportergebnisse erzielten. Weiterhin gut ausgelastet sind dagegen Unternehmen, die sich auf Wartung, Service und Ausbesserungen konzentrieren.

Die Flaute des Bootsmarktes schlägt sich auch in der Messebilanz nieder. Die Zahl der Aussteller sei von 1 700 auf 1 640 zurückgegangen, sagte Messe Düsseldorf-Geschäftsführer Wilhelm Niedergöker. 50 Aussteller haben ihre Ausstellungsfläche reduziert. Nur noch 98 000 Quadratmeter wurden in den 17 Hallen vermietet, knapp sechs Prozent weniger Ausstellungsfläche als im Vorjahr. Der Besucher werde davon nichts bemerken. "Wir haben die freie Fläche für Aktionen wie Beachvolleyball genutzt," sagte eine Messe-Sprecherin. Zwar wird auch 2009 wieder mit einem dichten Gedränge in den Messehallen gerechnet. Doch mit erwarteten 250 000 Besuchern bis zum letzten Messetag dürfte das Resultat des Vorjahres mit 264 000 Besuchern verfehlt werden. Von Samstag bis Montag kamen an den ersten drei Messetagen mit 92 000 Besuchern 11 000 weniger als im Vorjahr.

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