Messe Brau Beviale
Bierbrauer fürchten um ihre Rohstoffe

Die deutschen Bierbrauer ängstigen sich derzeit vor einer Rohstoffknappheit - und führen das auf die Energiewende zurück. Zur selben Zeit geht auch der Bierabsatz im Inland zurück.
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NürnbergDie deutschen Bierbrauer sorgen sich um ihre Rohstoffe: Seit etwa zwei Jahren werde immer mehr Mais für Biogasanlagen angebaut. Dadurch werde die Anbaufläche für Braugerste immer knapper werde. Es drohe eine Verteuerung dieses Getreides, sagte der Präsident Private Brauereien Bayern, Gerhard Ilgenfritz, im Vorfeld der Fachmesse „Brau Beviale“ am Dienstag in Nürnberg. Davon könne mittelfristig auch Hopfen betroffen sein. „Es darf keine Energiewende zulasten von Lebensmitteln geben“, sagte er.

Seinen Angaben nach brauchen die deutschen Brauer schon jetzt fast zwei Millionen Tonnen Braugerste pro Jahr. Angebaut werde aber nur knapp die Hälfte. Der Rest müsse über Importe gedeckt werden.

Nach leichten Preisanhebungen einzelner Brauereien im laufenden Jahr sieht Ilgenfritz für 2012 keinen Spielraum für weitere Preiserhöhungen. Hauptgrund hierfür sei der gesunkene Verbrauch im Inland: Verbandsangaben zufolge nahm der Bierabsatz in Deutschland von Januar bis September auch infolge des verregneten Julis um 1,2 Prozent auf 63,3 Millionen Hektoliter ab. Die Bierproduktion ging leicht um 0,5 Prozent zurück, soll im Gesamtjahr aber das Vorjahresniveau von etwa 98 bis 99 Millionen Hektoliter erreichen. Das wären 107 Liter pro Kopf - inklusive alkoholfreien Bieres.

Dem gesunkenen Inlandsabsatz steht erneut ein Plus beim Export von 3,1 Prozent auf 12,4 Millionen Hektoliter gegenüber. Drei Viertel davon entfielen auf die EU, mit Italien an der Spitze.

Weltweit wurden im vergangenen Jahr 1,84 Milliarden Hektoliter Bier hergestellt, wobei die größte Menge mit 631 Millionen Hektolitern aus Asien kam und mehr als zwei Drittel dieser Menge aus China. Danach folgten Europa (541 Millionen) und Nordamerika (329 Millionen). Die „Brau Beviale“ beginnt am (morgigen) Mittwoch und gilt als wichtigste Fachmesse für die Produktion und Vermarktung von Getränken. Zu der dreitägigen Schau werden 1.381 Aussteller aus 49 Ländern und rund 32.000 Besucher erwartet.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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