Messe Ceramitec
Keramikmaschinenhersteller sehen Umweltschutz als Chance

Die deutschen Keramikmaschinenhersteller haben schon viel mitgemacht. Ihre einzige Überlebenschance ist der Export nach Asien, doch die Risiken sind groß.

MÜNCHEN. Es begann mit dem Untergang der deutschen Fliesenindustrie in den Achtziger Jahren. Dann gingen in den Neunzigern auch noch die Geschirrindustrie zu Bruch. Und schließlich fuhr die deutsche Ziegelindustrie gegen die Wand. Schlechte Zeiten für eine Branche, die von der Herstellung Keramik und Ziegeln lebt. „Ich glaube, dass die meisten unserer Unternehmen Probleme haben“, sagt Paul Eirich, Verbandschef der Deutschen Keramikmaschinenhersteller.

Eirich hat wie der Rest der Branche auf der Ceramitec in München ausgestellt und vor dem Stand seines gleichnamigen Familienbetriebes drängten sich vor allem Besucher aus Fernost. Sie sind an deutschen Maschinen sehr interessiert.

Die deutschen Keramikmaschinenhersteller sind eine kleine, aber hoch spezialisierte Branche – der klassische Mittelstand eben. Rund 30 Unternehmen stellen in Deutschland noch Maschinen her, die den traditionellen Werkstoff Keramik in eine Unzahl von Anwendungen presst. Wurden früher nur Ziegel, Geschirr und Sanitärgüter hergestellt, so formen Keramikmaschinen heute Kleinstteile für Autogetriebe, Hitzekacheln für Weltraumfähren oder Zahnprothesen.

Praktisch jeder Hersteller sieht sich als Weltmarktführer, doch hier zu Lande läuft das Geschäft mies. 2004 brach der Umsatz des Gewerbes um elf Prozent auf 450 Mill. Euro ein. Aber neun von zehn Maschinen gehen mittlerweile in den Export. Vor allem China lockt, doch die Risiken sind groß.

„Wir werden gnadenlos kopiert“, klagt Hubert Löcherer, Generalbevollmächtigter des bayerischen Maschinenbauers Dorst. An seinem Stand zeigte etwa ein Roboter, wie sich Teller in geschwungenen Formen herstellen lassen, das ist zur Zeit der Hit in der Branche. Vor der Plexiglaseinzäunung standen vor allem asiatische Messebesucher. „Die richtig aufwändige Technik zeigen wir hier erst gar nicht“, sagte Löcherer. Es gab zu viele Fotoapparate im Publikum.

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