Metallindustrie
Hedge-Fonds TCI steigt bei Salzgitter ein

TCI hat wieder zugeschlagen: Der Hedge-Fonds hat 3,03 Prozent der Salzgitter-Aktien gekauft. Die Börse reagierte euphorisch, die Papiere verteuerten sich um 10 Prozent. Der Stahlkonzern wurde dagegen offensichtlich überrascht.

DÜSSELDORF. Der Einstieg des Hedge-Fonds TCI bei Salzgitter hat den Aktienkurs des zweitgrößten deutschen Stahlkonzerns gestern angetrieben. Die Papiere verteuerten sich um zehn Prozent und führten damit die Gewinnerliste des MDax an. Branchenexperten zufolge könnte TCI versuchen, Salzgitter zu einer Sonderdividende zu bewegen. TCI hat einer Pflichtmitteilung zufolge 3,03 Prozent der Salzgitter-Aktien gekauft. „Der Hedge-Fonds hat es wohl auf den gut zwei Milliarden Euro schweren Cash-Bestand von Salzgitter abgesehen“, sagte Commerzbank-Analyst Ingo Martin Schachel.

Salzgitter selbst wurde offensichtlich von dem Einstieg TCIs überrascht. „Über die Pflichtmitteilung hinaus kommentieren wir diesen Vorgang zum jetzigen Zeitpunkt nicht“, sagte ein Sprecher dem Handelsblatt gestern Abend. Es sei Sache von TCI, sich zum Einstieg bei Salzgitter zu äußern. Zu Spekulationen, die Briten könnten Salzgitter auffordern, eine höhere Dividende zu zahlen, sagte der Sprecher nur: „Der Vorstand hat einen Vorschlag gemacht, und letztlich wird die Dividende von der Hauptversammlung beschlossen.“ Salzgitter schüttet nur etwa ein Fünftel des Nettogewinns aus, die meisten Konkurrenten jedoch 30 Prozent.

TCI hat sich seinen Namen vor allem mit Attacken auf Großunternehmen gemacht. Als so genannter aktivistischer Investor beteiligt sich der Fonds an den Konzernen und versucht dann Strategieänderungen durchzusetzen, die den Börsenkurs in die Höhe treiben. 2007 reichte TCI-Chef Chris Hohn ein Anteil von einem Prozent an der niederländischen Traditionsbank ABN Amro, um den größten Übernahmekampf der Finanzgeschichte in Gang zu bringen. Nach einer Bieterschlacht ging ABN für den Rekordpreis von 71 Mrd. Euro an ein Konsortium unter Führung der Royal Bank of Scotland. In Deutschland hatte Hohn vor allem mit seinem Angriff auf die Deutsche Börse Schlagzeilen gemacht, als er 2005 die Übernahme des Londoner Konkurrenten LSE verhinderte und Vorstandschef Werner Seifert aus dem Amt drängte.

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