Meyer Werft: Kreuzfahrtkonzern will sich gesund sparen

Meyer Werft
Kreuzfahrtkonzern will sich gesund sparen

Meyer-Werft-Chef Meyer will den Kurs wechseln, um sein Unternehmen aus der Krise zu steuern. Darum soll jetzt die Produktion des Kreuzfahrtspezialisten umgestellt werden.
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PapenburgDer Kreuzfahrtspezialist Meyer Werft muss kräftig gegensteuern, um rote Zahlen zu umfahren. Das familiengeführte Unternehmen aus dem emsländischen Papenburg wolle bei Investitionen sparen, Arbeitsabläufe und Baustrategien ändern, kündigten die Geschäftsführer Bernard Meyer und Lambert Kruse am Mittwoch an.

Die rund 2500 Beschäftigten hatten zuvor über den gemeinsam mit dem Betriebsrat und der IG Metall ausgehandelten Sparplan abgestimmt und mit großer Mehrheit zugestimmt, sagte Betriebsratschef Thomas Gelder. Meyer muss in diesem Jahr 51 Millionen einsparen, um keine Verluste zu machen.

Firmenchef Meyer betonte, dass es um die Sicherung der Überlebensfähigkeit des Unternehmens gehe. Er verglich die Situation mit der eines Tankers, der seinen Kurs ändern müsse, um nicht auf Grund zu laufen. „Wir sehen eine ganz große Chance, dieses Unternehmen in eine langfristige Zukunft zu führen“, sagte er.

Im Gegensatz zu den Märkten für Tanker oder Containerschiffe wachse der Markt für Kreuzfahrtschiffe zwar noch mit einer Rate von zwei Prozent im Jahr, sagte Meyer. Es würden aber vermehrt Werften aus Asien auf den Kreuzfahrtschiffmarkt drängen. Er habe keinen Zweifel daran, dass ein Hochtechnologiekonzern wie Samsung aus Korea auch Kreuzfahrtschiffe bauen könne, betonte Meyer.

Die Mitarbeiter sollen beim Einsparen einen Beitrag von rund 10 Millionen Euro leisten. Geplant sei eine Wahlarbeitszeit zwischen 20 und 40 Stunden und eine flexible Arbeitszeit, bei der Minusstunden durch Mehrarbeit ausgeglichen werden können. Die Beschäftigten sollen auch unentgeltliche Mehrarbeit dem Unternehmen „schenken“, was aber bei einem guten Jahresergebnis über eine Erfolgsbeteiligung wieder ausgeglichen werden solle.

Die Werft hat zwar noch Aufträge bis 2015, leide aber derzeit dennoch an Überkapazitäten, räumten die Geschäftsführer ein. Um das auszugleichen, soll das Forschungsschiff „Sonne“ nicht bei der Rostocker Schwesterwerft Neptun gebaut werden, sondern in Papenburg. Auch ein neuer Auftrag für ein Binnenkreuzfahrtschiff solle nach Niedersachsen und nicht nach Mecklenburg-Vorpommern gehen. Das gehe aber nicht zulasten des Schwesterunternehmens, betonte Meyer: „Papenburg hat schon oft Neptun geholfen, jetzt hilft Neptun Papenburg.“ In der Rostocker Werft arbeiten 500 Beschäftigte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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