MGA hat sich eingekauft
US-Spielzeughersteller funkt bei Zapf-Übernahme dazwischen

Um den finanziell angeschlagenen deutschen Puppenhersteller Zapf Creation buhlen jetzt gleich zwei Konkurrenten: Zum japanischen Spielzeugfabrikanten Bandai hat sich nun der US-Konkurrent MGA gesellt. MGA hat sich über Strohmänner bereits einen großen Anteil an Zapf gesichert und torpediert damit das laufende Bandai-Übernahmeangebot.

HB FRANKFURT. MGA Entertainment habe indirekt Zapf-Aktien erworben und halte inzwischen 19,4 Prozent der insgesamt 7,4 Millionen Anteile, teilte MGA am Donnerstag mit. Zapf hatte den MGA-Anteil in einer eigenen Mitteilung auf 18,05 Prozent beziffert. Die Aktienkäufe seien über verschiedene Personen erfolgt, die MGA zuzurechnen seien. „Über die damit verbundenen Absichten ist der Vorstand nicht informiert“, hieß es bei Zapf.

MGA schlug Zapf eine Vertriebskooperation vor. Zapf könne MGA-Produkte in Europa verkaufen, während die Zapf-Puppen in Nord- und Südamerika über das Netz des Herstellers der in den USA derzeit sehr populären „Bratz“-Modepuppen verkauft werden könnten. Dadurch könnten die Zapf-Aktionäre höhere Renditen erzielen als mit dem Kaufangebot von Bandai.

MGA-Chef Isaac Larian versprach am Donnerstag, Zapf auf sicherere Beine zu stellen. Er strebe einen Sitz im Aufsichtsrat des fränkischen Puppenherstellers an und sei bei Bedarf zu einer weiteren Finanzspritze bereit. MGA wolle seine Beteiligung möglicherweise weiter aufstocken. Das Unternehmen mit Sitz in Kalifornien produziert neben Spielzeug, Spielen und Puppen auch Büro- und Sportartikel.

Konkurrent Namco Bandai, Hersteller des virtuellen Kükens Tamagotchi, hatte seine Kaufabsicht Mitte Juni kundgetan und Ende des Monats eine offizielle Offerte vorgelegt. bandai bietet pro Zapf-Creation-Aktie einen Preis von 10,50 Euro. Die Angebotsfrist endet am 31. Juli. Vorgesehen ist, mehr als 75 Prozent des Aktienkapitals des fränkischen Puppenherstellers zu übernehmen.

Der Vorstand der Zapf Creation AG hatte die Übernahme als Möglichkeit begrüßt, wesentlich schneller zum „Global Player“ zu werden. Zu den bekanntesten Produkten der Zapf Creation gehören die Puppen Baby Born, Baby Annabell und Chou Chou.

Der 1932 gegründete Puppenhersteller aus Rödental in Oberfranken war nach einem Bilanzskandal tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Umsatz brach 2005 um knapp 14 Prozent auf 140,7 Mill. Euro ein. Der Verlust nach Steuern weitete sich von 100 000 auf 27,7 Mill. Euro aus. Im April war das Ergebnis einer Sonderuntersuchung wegen Verstößen gegen gesetzliche Vorschriften abgeschlossen worden. Auch Strafanzeige wurde gestellt.

Die 1950 gegründete Bandai Group mit Sitz in Tokio ist mit Lizenzspielzeug wie Pokémon-Figuren und dem Tamagotchi-Ei bekannt geworden. Namco brachte unter anderem 1980 das Videospiel „Pac-Man“ heraus. Im September 2005 schlossen sich Bandai und der Spielehersteller Namco zur Namco Bandai Holding zusammen. Das Unternehmen setzte im Geschäftsjahr 2005/2006 den Angaben zufolge mit 6 800 Mitarbeitern umgerechnet 3,3 Mrd. Euro um.

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