Militärtransporter
Airbus bekommt längere Frist für A400M

Das ist eine gute Nachricht für EADS: Deutschland und Frankreich wollen die Frist, binnen derer die Kundenstaaten des Militärairbus A400M eine Einigung mit Airbus über eine Vertragsneugestaltung erreicht haben wollen, um sechs Monaten verlängern.

PARIS. Franrkeichs Staatschef Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigten sich nach einem Arbeitstreffen in Paris kompromissbereit: "Wir wollen uns sechs Monate mehr Zeit geben, um die beste Lösung zu finden", sagte Staatschef Nicolas Sarkozy. "Die Diskussionen brauchen noch mehr Zeit", fügte Merkel an.

Ende März hatten die Kundenstaaten, Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien ein Vertragsmoratorium von drei Monaten vereinbart. Während dieser Zeit darf kein Kunde vom A400M-Kaufvertrag zurück treten. Denn der Kaufvertrag über den neuen Militärairbus sieht vor, dass bei einer Verspätung der A400M von mehr als zwei Jahren die Staaten aus dem Vertrag aussteigen können. In diesem Fall müsste Airbus fünf Mrd. Euro geleistete Anzahlungen zurück erstatten. Airbus kann laut Airbus-Chef Thomas Enders den Militärtransporter aber frühestens Ende 2012 liefern. Ursprünglich sollte Frankreich die ersten Maschinen aber Ende dieses Jahres bekommen.

Binnen des Moratoriums wollten die Kunden eine Lösung in dem Vertragsstreit mit Airbus finden. In den Verhandlungen geht es darum, sich über geringere Anforderungen an das Flugzeug zu einigen, einen neuen Lieferplan festzulegen und die Frage zu klären, wer für die Verspätung wie finanziell aufkommen muss. Angesichts der engen Haushaltslagen scheint die Frage des Geldes der schwierigste Knackpunkt zu sein.

Nun geben sich die Staaten in den schwierigen Verhandlungen mit Airbus mehr Zeit. Airbus-Chef Thomas Enders hatte gegenüber dem Handelsblatt ebenfalls seine Präferenz durchklingen lassen, den Gesprächen wenn nötig mehr Zeit zu geben.

Mit ihrer Entscheidung, die Verhandlungen zu verlängern, fällt die Bundeskanzlerin ihrem Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU) in den Rücken. Dieser hatte Ende Mai dem Handelsblatt gesagt, dass Airbus Ende Juni verbindlich sagen solle, wenn der A400M kommt. Jung: "Dabei bleibt es." Nun geht der Poker noch einmal sechs Monate weiter.

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