Millardenverdienst – Aktie fällt trotzdem
Kreditkrise durchkreuzt RWE-Pläne

Mittlerweile treffen die Auswirkungen der US-Kreditkrise auch Unternehmen, bei denen dies zunächst kaum jemand erwarten würde. Heute gab RWE bekannt, im Zuge der Turbulenzen den für 2007 geplanten Börsengang seiner US-Wassertochter American Water zu verschieben. Für die Aktionäre sind das denkbar schlechte Nachrichten – sie verabschieden sich reihenweise von RWE-Aktien.

HB DÜSSELDORF. Die Aktionäre des Energieriesen können daher ihre Hoffnung auf eine deutlich höhere Gewinnbeteiligung vorerst begraben: Den Börsengang der US-Tochter hatte der Konzern zur Voraussetzung dafür gemacht, die Ausschüttungsquote zu erhöhen. Zwar solle das für die Dividende maßgebliche nachhaltige Nettoergebnis in diesem Jahr um mindestens 15 Prozent steigen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Wegen des für 2007 abgesagten Börsengangs von American Water werde es aber weder eine erhöhte Ausschüttungsquote noch einen Aktienrückkauf geben. Anleger reagierten auf die Nachricht mit Aktienverkäufen – in den ersten Handelsminuten um mehr als fünf Prozent auf 89 Euro.

Wenige Wochen nach der angekündigten Strompreiserhöhung legte RWE gleichwohl einen Milliardengewinn vor. Der Konzern habe von Januar bis Ende September das betriebliche Ergebnis um 20,5 Prozent auf 5,828 Mrd. Euro gesteigert. Damit lag RWE leicht über den Erwartungen der Analysten, die mit 5,752 Mrd. Euro gerechnet hatten. Der Umsatz ging um 2,3 Prozent auf 31,498 Mrd. Euro zurück.

Der Versorger steigerte in den ersten neun Monaten seinen Nettogewinn um 35,1 Prozent auf 2,827 Mrd. Euro. Damit blieb RWE jedoch hinter dem Ergebnis des Konkurrenten Eon zurück. Dieser hatte am Vortag einen um Sondereinflüsse bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 7,1 Mrd. Euro vorgelegt und den Konzernüberschuss nach Anteilen Dritter mit 5,3 Mrd. Euro angegeben. Die beiden Unternehmen sehen sich derzeit heftigen Protesten von Politikern und Verbraucherschützern ausgesetzt, nachdem sie für Anfang Januar deutliche Strompreiserhöhungen angekündigt haben.

Die Entscheidung für die Verschiebung des Börsengangs von American Water begründete RWE mit "ungünstigen Rahmenbedingungen am US-Kapitalmarkt“. Für 2007 könne dadurch die Ausschüttungsquote nicht wie geplant auf 70 bis 80 Prozent des nachhaltigen Nettoergebnisses erhöht und auch kein Aktienrückkaufprogramm gestartet werden. RWE hatte ursprünglich in diesem Jahr eine Mehrheit von American Water an die Börse bringen wollen, nachdem der Konzern im vergangenen Jahr bereits die britische Tochter Thames Water verkauft hatte. Einen neuen Termin für den Börsengang gebe es noch nicht, sagte eine RWE-Sprecherin.

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