Millenials und die Karriere
Chef werden? Nein, danke!

Nur noch eine Minderheit an jungen Leuten träumt davon, einmal Geschäftsführer oder sogar Unternehmer zu werden. Auch ihre Einstellung zum Geld hat sich einer Studie zufolge verändert. Was Millennials vom Job erwarten.
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DüsseldorfWer schon in jungen Jahren Führungsverantwortung zeigt, ist in Unternehmen gerne gesehen. Das gibt Pluspunkte im Bewerbungsgespräch, denn für die Firmen ist es wichtig, mögliche Managementtalente früh zu erkennen und ihnen den Karriereweg zu ebnen. Auf der Karriereleiter bis hoch ins Topmanagement zu klettern, das schwebte früher vielen Nachwuchskräften vor.    

Doch heute träumen nur noch wenige junge Leute davon, einmal Chef zu sein. Das unterstreicht eine aktuelle Umfrage des Personaldienstleisters Manpower. In 25 Ländern wurden rund 19.000 junge Berufstätige zu ihren Karrierewüschen gefragt. Sie sind im Alter von 20 bis 34 Jahren gehören damit zur Generation der sogenannten „Millennials“.

In Deutschland gaben nur 13 Prozent der Befragten an, dass die Übernahme einer Führungsrolle zu ihren Karrierezielen gehört. Nur vier Prozent möchten einmal Chef werden, nur sechs Prozent träumt davon, ein eigenes Unternehmen zu besitzen. Deutschlands Nachwuchs liegt damit im internationalen Vergleich zurück: Im Vergleich der 25 Länder war die Quote der Führungsrollen-Muffel nur in Norwegen und Japan noch höher.

Dabei ist es keineswegs so, dass nur junge Leute in Schwellenländern auf jeden Fall einmal Chef werden wollen. In Frankreich erklärten 29 Prozent der Befragten dies zu ihrem Karriereziel. Überraschend dabei: In Frankreich ist die Bereitschaft zur Übernahme von Führungsverantwortung bei jungen Frauen und Männern fast gleich hoch. In Deutschland reizt das Thema Führung deutlich mehr Männer als Frauen.

Die Manpower-Umfrage zeigt einmal mehr, dass für junge Menschen im Job Inhalt und Atmosphäre mehr zählen als Hierarchie. Einem Drittel der Befragten ist es wichtig, in ihrem Berufsleben mit „großartigen Menschen“ zusammenzuarbeiten. 14 Prozent wollen mit ihrer Arbeit einen „positiven Beitrag zum Ganzen“ leisten. Und Geld spielt für sie auch eine bedeutende Rolle: 27 Prozent gaben als Karriereziel an, einmal viel Geld zu verdienen.

Die hohe Zahl der Führungsrollen-Muffel könnte sich für die Unternehmen als großes Problem erweisen. Zwar bauen viele Firmen Hierarchieebenen ab und streichen Posten im mittleren Management. Dennoch sind  auch in den modernen Arbeitswelten Chefs nötig. „Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass sich die deutsche Wirtschaft zukünftig zusätzlich zum Fachkräfte- auch auf einen Führungskräftemangel einstellen muss“, sagt Herwarth Brune, Chef von Manpower in Deutschland.

Kommentare zu " Millenials und die Karriere: Chef werden? Nein, danke!"

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  • @Marc Hofmann: ...anwendbar ist... Life-Balance... so ist es richtig!

  • @Franz Paul: Einfach nur genial, ja, es ist so!

    @Marc Hofmann: Haben Sie nicht gestern noch vom Jobcenter gesprochen und Ihrem Ärger, den sie mit ihm haben? Würde somit meinen, dass das Wort working-life (nicht live) ist deshalb bei Ihnen gar nicht anwendbar, sondern eher nur Live-Balance. Und die wiederum sieht dann wiederum gar nicht so gut aus, meine ich ;-)

  • Wer wird denn auch so blöd sein und sich in Deutschland noch um irgendwas bemühen? Schmeiß deinen Pass weg, schrei Asyl! Asyl! und du erhältst Vollversorgung bis an dien Lebensende.
    Wozu denn was gescheites lernen? Man kann auch ohne jede Bildung Bundestags-Vizepräsidentin werden. Wozu eine Firma gründen? Zahllose Behörden und Institutionen schlagen vom ersten Tag an auf dich ein, behindern, verbieten, kontrollieren, kassieren, und wenn du es geschafft hast, gibt es neue Gesetze, Veordnungen und Vorschriften, und deine ganze Branche wird von GrünLinks abgeschafft. Nee, Deutschland hat fertig. Lohnt sich nicht mehr.

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