Milliarden-Anleihe: Porsche kann sich noch mehr VW leisten

Milliarden-Anleihe
Porsche kann sich noch mehr VW leisten

Porsche ist bereits der größte Anteilseigner bei Europas führendem Autobauer Volkswagen. Und das Ende der Fahnenstange ist womöglich noch nicht erreicht. Der Sportwagenbauer könnte seine Beteiligung nach eigenen Angaben auf bis zu 30 Prozent erhöhen.

HB HAMBURG. „Wir haben das Geld, um bei Volkswagen auf bis zu 30 Prozent zu gehen“, sagte ein Porsche-Sprecher am Montag in Stuttgart. Er verwies auf zwei von Porsche am gleichen Tag platzierte Anleihen über insgesamt zwei Mrd. Euro, durch die der Sportwagenbauer seine Liquidität wieder auffüllt. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen gibt es jedoch keine Pläne, mit dem Geld die Beteiligung über die geplante Marke von 22 Prozent hinaus aufzustocken. Porsche ist mit rund 18,5 Prozent bereits größter VW-Aktionär vor dem Land Niedersachsen und hat eine Option auf weitere knapp 3,5 Prozent. Niedersachsen ist mit 18,2 Prozent an Volkswagen beteiligt.

Porsche hat mit seiner Euro-Anleihe zwei Mrd. Euro eingenommen und damit das ursprünglich geplante Volumen verdoppelt. „Angesichts der überwältigend starken Nachfrage der Investoren und des derzeit noch immer niedrigen Zinsniveaus im Euro-Raum haben wir die Chance genutzt, hohe Volumina zu emittieren“, sagte Porsche-Finanzvorstand Holger Härter am Montag in Stuttgart.

Jeweils eine Milliarde Euro entfalle auf zwei Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten von fünf und zehn Jahren. Bei fünfjähriger Laufzeit beträgt der Zins 3,5 Prozent, bei zehnjähriger Laufzeit 3,875 Prozent pro Jahr. Zunächst hatte Porsche nur ein Volumen von „500 Mill. Euro plus“ je Euro-Anleihe angepeilt. Die Transaktionen wurden von Merrill Lynch durchgeführt.

Bereits am Donnerstag hatte der hoch profitable Autobauer, der 3,5 Mrd. Euro in den Einstieg bei VW investiert hat, eine Hybrid- Anleihe in Höhe von einer Milliarde Dollar begeben. Sie wird mit 7,2 Prozent verzinst. Eine Hybrid-Anleihe wird dem Eigenkapital zugeordnet. Zudem kann Porsche sie zur Währungsabsicherung einsetzen.

Porsche begrüßte die mit Niedersachsen erreichte Einigung über die künftige Machtstruktur im VW-Aufsichtsrat. Die beiden Haupteigner hatten ihren monatelangen Streit vergangene Woche beigelegt. Demnach rückt Porsche-Chef Wendelin Wiedeking an diesem Montag in das Aufsichtsgremium des Wolfsburger Autobauers. Außerdem soll der niedersächsische Stahlunternehmer Jürgen Großmann in den Aufsichtsrat einziehen und dort den früheren Thyssen-Krupp-Chef Jürgen Cromme ersetzen, der im Streit um die Doppelrolle von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech seinen Rückzug angekündigt hatte. Piech tritt 2007 nicht wieder als Aufsichtsratschef an.

Der Stahl- und Röhrenkonzern Salzgitter dementierte unterdessen Medienberichte, wonach er eine Beteiligung an Volkswagen erwogen habe. „Ein Einstieg bei VW war und ist kein Thema“, sagte ein Unternehmenssprecher. Niedersachsen ist an Salzgitter mit 25,2 Prozent der Anteile beteiligt und besitzt damit eine Sperrminorität.

Die VW-Aktie lag am Montag mit 45,63 Euro leicht im Minus. Auch die Vorzugsaktie von Porsche verlor leicht auf 617,33 Euro.

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