Milliarden-Auftrag
Chef von Scheich-Fluglinie stänkert gegen Airbus

Was für eine Blamage: Der Chef von Qatar Airways verspottet den europäischen Flugzeugbauer in der Öffentlichkeit. Einen Riesenauftrag ließ er beinahe platzen. Was er sagte - und wieso der Schaden für Airbus so groß ist.
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DubaiChaos auf der Luftfahrtmesse in Dubai: Der Flugzeugbauer Airbus musste vorübergehend um eine milliardenschwere Bestellung aus dem Emirat Katar bangen. Eine angesetzte Pressekonferenz, auf der der Auftrag verkündet werden sollte, platzte am Dienstagmorgen.

Stattdessen spottete der Chef von Qatar Airways, Akbar Al Baker, Airbus sei „immer noch dabei zu lernen, wie man Flugzeuge baut“. Airbus zufolge war der Auftrag zu heiß, um rechtzeitig unterzeichnet zu werden. Ein Sprecher der EADS-Tochter verwies auf zwei geplante Pressekonferenzen in Dubai an diesem Dienstag. Dann könnte es neue Informationen geben. Airbus hatte zuvor einen Milliardenauftrag für 30 Flugzeuge des Typs A320neo aus den USA bekanntgegeben.

Um die Großaufträge wird mit harten Bandagen gerungen. Gestritten wird meist um Lieferbedingungen und Rabatte. Qatar-Chef Al Baker sagte, er habe einen sehr großen Auftrag für Airbus verkünden wollen. Weshalb dies am Vormittag scheiterte, ließ er offen.

Erst nach stundenlanger Hängepartie hat Qatar Airways den erwarteten Milliardenauftrag dann doch noch erteilt. Die arabische Fluglinie gab eine Festbestellung über 50 Mittelstreckenmaschinen des Typs A320neo und fünf Exemplare der doppelstöckigen Großraumfliegers A380 ab. Laut Qatar Airways kommen zu den Festaufträgen noch Optionen für 30 A320neo und die Aussicht auf eine Order für weitere drei A380 hinzu. Laut Preisliste haben die fest bestellten 55 Maschinen einen Gesamtwert von 6,4 Milliarden US-Dollar (4,7 Milliarden Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Nachlässe im zweistelligen Prozentbereich üblich.

Lob gab es dagegen vom Qatar-Airways-Chef für den Airbus-Erzrivalen Boeing. Bei dem US-Hersteller orderte die arabische Fluggesellschaft zwei Frachtflugzeugen vom Typ 777. Das Boeing-Modell sei der beste Frachter der Welt, sagte Al Baker. Laut Preisliste haben die Maschinen einen Gesamtwert von 560 Millionen US-Dollar (409 Millionen Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Nachlässe im zweistelligen Prozentbereich üblich. Am Sonntag hatte die Fluglinie Emirates bereits 50 Passagierflieger aus der 777-Familie fest bestellt.

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  • Man kann Verständnis für den Scheich haben, weil er soeben erfahren haben mag, dass er als Erstkunde für das A350 XWB Projekt zunächst einmal länger warten muss. Er verliert dadurch Prestige gegenüber seinen Wettbewerbern. Qatar Airlines haben meines Wissens 50 A350 bestellt. Ich denke darauf bezog sich der etwas rüde Kommentar des Scheichs.

  • Es wäre jetzt interessant zu erfahren was den ehrenwerten Scheich zu dieser Aussage qualifiziert. Auch wenn ich mir schon die eine oder andere Bockwurst gekauft habe, von deren Herstellung verstehe ich nichts.

  • Gegenfrage: Welche Industrie haben die Araber? Was können die Scheichs außer nach Öl buddeln? Ich kenne keine Produkte aus Arabien.

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