Milliarden-Auftrag
Thales meldet Erfolge in den USA

Auf der Luftfahrtschau von Le Bourget überbieten sich die Flugzeugbauer und Rüstungsunternehmen mit Erfolgsmeldungen. Eine davon kommt vom französische Rüstungs- und Elektronik Konzern Thales. Dieser soll einen Milliarden-Auftrag aus den USA bekommen.

LE BOURGET. Thales bestätigte eine Mitteilung des US-Verteidigungsministeriums, der zufolge Thales und der US-Anbieter Harris ausgewählt worden sind, um die US-Streitkräfte mit neuen Funkgeräten auszurüsten. Das Volumen des Auftrags, das sich auf bis zu zehn Jahre verteilt, kann bis zu neun Mrd. Euro erreichen. „Es gibt aber noch keinen Vertrag“, sagte Thales-Chef Denis Ranque auf der Pariser Luftfahrtschau. Die Thales-Aktie legte dennoch zeitweise fünf Prozent zu.

Wie die Unternehmensführung weiter erläuterte, werden die Franzosen mit großer Sicherheit einen Teil der Order abbekommen. „Das Pentagon hat entschieden, beide Ausrüster im permanenten Wettbewerb zu halten und den Auftrag zwischen ihnen aufzuteilen“, sagte Bruno Rambaud, Vorstand für landgestützte Systeme.

Kontinentaleuropäische Rüstungsfirmen haben es traditionell schwer, auf dem abgeschirmten US-Markt Fuß zu fassen. Dabei ist der US-Markt der größte der Welt – und weist zudem noch Wachstumsraten auf. In Europa leisten sich nur Großbritannien und Frankreich steigende Rüstungsausgaben. Thales ist in den USA unter anderem über ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Rüstungsriesen Raytheon vertreten. Darüber hinaus rüstet eine lokale Thales-Tochter bereits Einheiten wie die US-Marines mit tragbaren Funkgeräten aus.

Thales ist indes auch einer der aktivsten Marktteilnehmer bei Fusionen und Übernahmen im Rüstungs- und Sicherheitssektor. Nachdem der französische Telekomausrüster Alcatel seinen US-Wettbewerber Lucent übernommen hatte, kaufte Thales 2006 das Satelliten-Geschäft von Alcatel sowie dessen Singaltechnik, womit die Franzosen auf diesem Feld Nummer zwei in Europa nach Siemens wurden.

Zu den Gerüchten, dass Thales auch die Rüstungselektroniksparte des französischen Mischkonzerns Safran übernehmen könnte, sagte Thales-Chef Ranque nur: „Wir haben die Mittel und den Willen, unsere Geschäftsbereiche auch durch Käufe zu stärken. Wir haben aber überhaupt keine Eile damit und kaufen nicht nur um der Käufe willen.“ EADS jedenfalls hat bereits sein grundsätzliches Interesse an Safrans Verteidigungselektronik angemeldet.

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