Milliarden-Deal der Fahrdienste
Uber und Didi revolutionieren Chinas Mobilität

China hat als erster Staat Mitfahrdienste legalisiert. Nun will Uber im China-Geschäft mit dem lokalen Rivalen Didi kooperieren. Die Fahrdienstvermittler würden damit die wichtigsten Vordenker der Mobilität der Zukunft.
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PekingDie Autos auf Pekings Innenstadtautobahn bewegen sich nur noch im Schritttempo. Die wichtige Verkehrsader, der zweite Innenstadtring, ist mal wieder lahm gelegt. Wie jeden Wochentag zur Stoßzeit ist die Straße völlig überlastet.

Dabei besitzt nicht mal jeder vierte Einwohner der chinesischen Hauptstadt ein eigenes Auto. Im Vergleich zum Westen des Landes ist das noch viel. Auf das gesamte Land gerechnet, zählte das Verkehrsministerium zum Ende des vergangenen Jahres 172 Millionen Autobesitzer unter den fast 1,4 Milliarden Chinesen, Lastwagen nicht miteingerechnet. Doch was ist, wenn künftig mehr Chinesen ein Auto fahren wollen?

Die Frage drängt Peking zu neuen Konzepten. Als erstes Land der Welt hat China nationale Regeln für die Nutzung von Mitfahrdiensten wie Uber und Didi Chuxing aufgestellt. Wer sich bequem fahren lassen kann, braucht kein eigenes Auto, so die Überlegung. Unter Federführung des Verkehrsministeriums veröffentlichten sechs Behörden die Vorgaben, die künftig das Geschäft im ganzen Land regeln sollen. Während in Europa und den USA noch um den Umgang mit den Anbietern gerungen wird, schafft China Tatsachen.

Didi-Chef Cheng Wei hat sich vieles von seinem Uber-Konkurrenten Travis Kalanick abgeschaut. Aber im Gegensatz zu seinem US-amerikanischen Gegenspieler dominiert Cheng das Geschäft in der Volkrepublik. Das hat nun auch Uber eingesehen. Der Fahrdienst-Vermittler gibt nun seinen Versuch auf, den chinesischen Markt im Alleingang zu knacken. Stattdessen verkauft Uber sein China-Geschäft an den lokalen Rivalen Didi Chuxing.

China Uber werde aber weiterhin als eigenständiges Unternehmen arbeiten, teilte der chinesische Konzern am Montag mit. Im Rahmen des Deals werde die US-Mutter Uber Technologies eine Beteiligung von knapp sechs Prozent an Didi Chuxing erhalten. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

Uber-Chef Travis Kalanick betonte, als Unternehmer habe er gelernt, dass man nur erfolgreich sein könne, wenn man auf seinen Verstand ebenso höre wie man seinem Herz folge. „Ein zuverlässiger Dienst für die Städte in China, die Fahrer und Passagiere ist aber nur möglich, wenn er auch profitabel ist.“ Die Fusion mache nun „substanzielle Ressourcen für mutige Imitativen frei, die sich auf die Zukunft der Städte – von der Technologie für selbstfahrende Autos bis hin zur Zukunft des Essens und der Logistik – fokussieren“.

Uber und Didi hatten sich in China einen scharfen Wettbewerb mit massiven Rabatten geliefert, die für beide hohe Verluste bedeuteten. Branchenbeobachter schlossen bereits in den vergangenen Monaten nicht aus, dass die Rivalität mit einer Fusion enden könnte.

In China werden 99 Prozent der Taxis und 87 Prozent der privaten Mitfahrgelegenheiten mobil per Didi gebucht. Trotz gewaltiger Rabattaktionen kam Uber nicht gegen den heimischen Spieler an. Regelmäßig überflügelte Didi seinen Herausforderer bei der Zahl der abgewickelten Fahrten. Brachte es Uber im vergangenen Jahr auf rund eine Milliarde Trips, gab Didi 1,43 Milliarden Trip in 2015 bekannt.

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Didi: Vielmehr als nur ein Mitfahrkonzept

Kommentare zu " Milliarden-Deal der Fahrdienste: Uber und Didi revolutionieren Chinas Mobilität"

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  • Manchmal nehme ich jemanden in meinem Jet mit aber mitfahren, das ist schon richtig proll haft. loser gibt es das glaubt man nicht.

  • Uber und Didi ?
    Kenne nur den Hallervorden!

  • UFF

    was hatte ich Angst, als ich meinen Kommentar abschickte, dass ich dann schon wieder Marc vor mir sehe .......

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