Milliarden-Deal: Eon verkauft slowakischen Ableger

Milliarden-Deal
Eon verkauft slowakischen Ableger

Der deutsche Energiekonzern Eon hat sein Desinvestitionsziel früher erreicht als geplant. Dazu hat Eon seine Beteiligung an einem slowakischen Energieunternehmen versilbert – wegen hoher Schulden war dies bitter nötig.
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DüsseldorfEon-Chef Johannes Teyssen hat mit der Veräußerung einer Beteiligung in der Slowakei sein angepeiltes Einnahmeziel für das Verkaufsprogramm übertroffen. Der Konzern gebe seinen 24,5-Prozent-Anteil an dem slowakischen Versorger SPP für 1,3 Milliarden Euro an den tschechischen Konkurrenten EPH ab, teilte der Versorger am Dienstag mit.

Die Erlöse fließen in den Schuldenabbau und in neue Investitionen in außereuropäischen Wachstumsmärkten wie Russland oder Brasilien. Zudem sollen Energiewendeprojekte wie der Offshore-Windpark Amrumbank nordwestlich von Helgoland vorangetrieben werden.

Damit habe Eon aus dem Ende 2010 angekündigten Verkaufsprogramm insgesamt knapp 17 Milliarden Euro erlöst. Teyssen hatte damals bis Ende 2013 Einnahmen von 15 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Eon kämpft mit hohen Schulden und sinkenden Gewinnen im Stromgeschäft.

Der Verkauf soll in den nächsten Wochen über die Bühne gehen. Der französische Versorger GDF stieß für die gleiche Summe ein weiteres SPP-Paket an die Tschechen ab. EPH hält damit künftig 49 Prozent an dem slowakischen Versorger, die Mehrheit bleibt in Staatsbesitz. Eon war 2002 bei SPP eingestiegen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Bratislava und beschäftigt rund 4000 Mitarbeiter. Ganz gibt Eon den Markt nicht auf. Der Konzern ist noch an dem Versorger ZSE beteiligt.

Für Teyssen ist der Verkauf eine Erfolgsmeldung. Der Erlös liege auch etwas über den Markterwartungen, hieß es in einem Kommentar der DZ Bank. Der bereits zuletzt stark gebeutelten Eon-Aktie half das allerdings wenig. Das Papier notierte zeitweise mit über einem Prozent stärker im Minus als der Dax.

Der Eon-Chef hatte im Herbst die Geschäftsprognosen für 2013 und 2015 gekippt und damit die Aktie auf Talfahrt geschickt. Dem Energieriesen machen unter anderem die schwächere Stromnachfrage in Teilen Europas und die gefallenen Großhandelspreise an den Strombörsen zu schaffen. Eon drücken zudem Schulden in Höhe von über 35 Milliarden Euro.

Der Konzern plant weitere Verkäufe, darunter von Regionalgesellschaften in Deutschland. Zu den bisher größten Veräußerungen gehörte die britische Stromnetztochter Central Networks für fast fünf Milliarden Euro an die amerikanische PPL Corporation 2011. Ende 2010 hatte Eon bereits für 3,4 Milliarden Euro seinen Anteil am russischen Gazprom-Konzern verkauft. Das 12 000 Kilometer lange Eon-Gasnetz in Deutschland und Nachbarländern ging Mitte 2012 für über drei Milliarden Euro an ein Konsortium um die australische Investmentbank Macquarie.

Angesichts des Atomausstiegs in Deutschland stieg Eon auch aus Beteiligungen in England und einem Projekt in Finnland aus. Die Düsseldorfer verkauften zudem zum Jahresende 2012 die Mehrheit an der Abfalltochter „Energy from waste“.

Kommentare zu "Eon verkauft slowakischen Ableger"

Alle Kommentare
  • Da kann sich Herr Teyssen vermutlich über eine dicke Erfolgsprämie freuen, weil er seine Ziele früher erreicht hat.

    Ob dies auch für den EON-Konzern die richtigen Maßnahmen sind, wird sich zeigen.

    Für uns Aktionäre kann das ja nur bedeuten, dass EON die Dividende kräftig anheben wird!

    Hinsichtlich der hohen Verschuldungsquote sollte EON endlich Regressforderungen gegen ehemalige Vorstände und den Aufsichtsrat stellen! Die meisten Probleme sind ja wohl hausgemacht!

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