Industrie

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Milliarden-Deal: RWE gibt Dea-Zuschlag an russischen Oligarchen

Kalter Krieg mit Russland? Nicht für RWE. Der Versorger verkauft dem russischen Oligarchen Mikhail Fridman seine Ertragsperle RWE Dea. Der Milliarden-Deal verschafft dem hoch verschuldeten Energiekonzern Luft.

Oligarch Mikhail Fridman: Mit seiner Alfa Group setzte sich der Russe bei RWE Dea überraschend durch. Quelle: dapd
Oligarch Mikhail Fridman: Mit seiner Alfa Group setzte sich der Russe bei RWE Dea überraschend durch. Quelle: dapd

Essen/BerlinDer kriselnde Energieversorger RWE verkauft seine Öl- und Gasfördertochter RWE Dea. Der russische Oligarch Mikhail Fridman zahlt über seine Investmentgesellschaft Letter One 5,1 Milliarden Euro. Der Vorstand habe sich mit Letter One auf die wesentlichen Vertragsbedingungen geeinigt, erklärte RWE am Sonntag in einer knappen Mitteilung. Beide Parteien wollen zügig die weiteren Details klären, um den Kaufvertrag abzuschließen. In der vereinbarten Kaufsumme von 5,1 Milliarden Euro seien übernommene Verbindlichkeiten in Höhe von rund 0,6 Milliarden Euro enthalten, hieß es weiter.

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Dem Deal müssen der Aufsichtsrat und die Behörden noch zustimmen. RWE hat die Bundesregierung informiert, erwartet aber nach eigenen Angaben von dort aber keine Ablehnung. Während das Wirtschaftsministerium keine Einschränkungen für die Versorgungssicherheit befürchtet, fordern die Grünen eine sorgfältige Überprüfung von Geschäften mit russischen Unternehmen.

Die RWE Dea war für den Konzern seit der Übernahme von der Texaco 1988 eine hoch profitable Tochter. Vor gut einem Jahr hatte RWE sie jedoch überraschend zum Verkauf gestellt. „Diese Vereinbarung ist ein wichtiger Meilenstein in der strategischen Weiterentwicklung von RWE“, sagte RWE-Vorstandschef Peter Terium laut Mitteilung. „Darüber hinaus ist sie ein weiterer wesentlicher Schritt zur Stärkung der Finanzkraft unseres Unternehmens.“

Wieviel Erneuerbare die Energieversorger haben

  • RWE

    Laut einer Studie, die die Umweltschutzorganisation Greenpeace Ende Februar 2014 veröffentlichte, hat von RWE in Europa produzierter Strom einen Anteil von Wasserkraft von 2 Prozent und einen Anteil von anderen Erneuerbaren Energien von weiteren zwei Prozent. Die Zahl bezieht sich auf die tatsächlich erzeugte Strommenge, nicht auf die Kapazitäten.

  • Eon

    Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon produziert insgesamt drei Prozent seines in Europa hergestellten Stroms aus Erneuerbaren Energien inklusive Windkraft und steht damit im Vergleich schlechter da als Konkurrent RWE.

  • Vattenfall

    Der schwedische Konkurrent Vattenfall produzierte insgesamt vier Prozent seines Stroms in Europa mithilfe regenerativer Energiequellen.

  • EnBW

    EnBW steht im Vergleich der großen vier Energieversorger in Deutschland am schlechtesten da. Das Unternehmen gewinnt nur insgesamt zwei Prozent seines Stroms europaweit aus erneuerbaren Quellen.

RWE benötigt die Milliarden dringend für den Schuldenabbau, den Konzern drücken Lasten von über 30 Milliarden Euro. Vor allem wegen hoher Abschreibungen auf die schlecht ausgelasteten Kohle- und Gaskraftwerke fuhr der zweitgrößte deutsche Versorger nach Eon 2013 einen Verlust von fast drei Milliarden Euro ein.

Letter One ist eine erst 2013 gegründete Tochtergesellschaft der russischen Alfa Group des Oligarchen Mikhail Fridman. Er setzte sich damit überraschend unter anderem gegen die BASF-Tochter Wintershall und den ungarischen Öl- und Gaskonzern MOL durch. Die Übernahme von Dea sei der erste strategische Schritt von Letter One zum Einstieg in das Öl- und Gasgeschäft, teilte die Investmentgesellschaft mit. Deren Sparte L1 Energy investiert in das Energiegeschäft und Letter One Telecom in die Telekombranche.

Fridman hatte im vergangenen Sommer zusammen mit dem russischen Milliardär German Khan L1 Energy aufgelegt, um 20 Milliarden Dollar (14,4 Milliarden Euro) in weltweite Öl- und Gasprojekte zu pumpen. Ziel sei es, in den nächsten drei bis fünf Jahren ein weltweites Öl- und Gasgeschäft aufzubauen, hieß es seinerzeit.

  • 21.03.2014, 10:51 UhrGreenman

    Der Verkauf von Dea an den russischen Oligarch Mikhail Fridman ist völlig inakzeptabel, da wir dann sogar die Kontrolle über unseren größten unterirdischen Erdgasspeicher verlieren. Zudem sollten wir dringend den Ausbau der Alternativen Energien(Wind On/Offshore +Solar)vorantreiben um diese Abhängigkeit massiv zu reduzieren.

  • 17.03.2014, 10:51 Uhrmondahu

    Das ist der Anfang. Das Tafelsilber der deutschen Energieversorgung wird nun zügig verscherbelt. Das ist eine schöne Klatsche für die Berliner Regierung, denn das wurde sicher nicht bedacht, als man das EEG mit heißer Nadel gestrickt hat. Nur weiter so. Die deutsche Energiepolitik wird ohnedies schon im Ausland gemacht.

  • 17.03.2014, 10:50 Uhrgoldener-storch

    und wech damit. wäre schick zu wissen wer alles vk-prof bekommen hat.

    Ich finds gut.Die französische Veolia leitet unser trinkwasser. Die russen den strom.
    Und was kaum einer weiss, diese käufer bekommen echtdeutsche verträge. Das heisst, diese aufkäufer können kein inus machen. Sie erhalten abnahmegarantieen. Und sollte so eine firma nicht gewinnbringendlaufen, so werden in deutschland einfach die abgaben/kosten z.b. für trinkwasser erhöht.

    Wir deutschen sind nichts weiter als die modernste sklavenkolonie der welt.

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