Milliarden für die Forschung
Bayer spart bei Mitarbeitern, aber nicht bei Investitionen

Bayer muss sparen. Der neue Chef Marijn Dekkers verschont auch die Mitarbeiter und kündigte Stellenkürzungen an. Nicht gespart werden darf aus seiner Sicht aber in der Forschung. Bayern hat heute seine Investitionspläne für das kommende Jahr bekannt gegeben.
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shf/HB LEVERKUSEN. Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer will auch 2011 gut drei Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren. „Für das kommende Jahr planen wir ein Budget in der Größenordnung des Rekordniveaus von 2010“, kündigte der neue Bayer-Chef Marijn Dekkers am Mittwoch in Leverkusen an. Im laufenden Jahr werde Bayer 3,1 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgeben. Der Großteil davon fließe in die Sparte Healthcare.

„Unsere Pharma-Pipeline ist aktuell mit insgesamt über 50 Projekten in allen klinischen Phasen gut gefüllt“, betonte der Bayer-Chef. Auch die Sparte Crop-Science profitiere und solle bis 2012 sechs neue Wirkstoffe mit einem Umsatzpotenzial von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro auf den Markt bringen.

Dekkers hatte mitte November den Abbau von 4 500 Stellen angekündigt - davon 1 700 in Deutschland -, um die Ressourcen stärker auf Innovation und Wachstum in Schwellenländern zu konzentrieren. Mitarbeiter, Betriebsräte und auch einige Politiker fühlten sich überrumpelt. Gewerkschafter geißelten die Pläne als inakzeptabel. Danach ruderte Dekkers ein wenig zurück: Natürlich werde man sich an die Betriebsvereinbarung halten, die bis Ende 2012 betriebsbedingte Kündigungen ausschließt

Doch klar war schon damals: Es wird eine schmerzhafte Evolution. Die Leverkusener wollen in den kommenden zwei Jahren die Kosten um 800 Millionen Euro senken. Bayer hat allen Grund dazu, denn der Druck hat sich in den vergangenen Monaten erhöht. Zwar kann sich der Konzern im Vergleich zu den meisten deutschen Industriekonzernen sehen lassen. Doch der Vergleich der Sparten mit führenden Anbietern aus der jeweiligen Branche zeigt: Bayers-Teilkonzerne liefern nur unterdurchschnittliche Erträge ab.

Die Gesundheits-Sparte Bayer Healthcare hat mit einer operativen Marge von rund 18 Prozent vor und 16 Prozent nach Sondereinflüssen einen Rückstand von sechs bis acht Punkten zum Branchenschnitt. Das lässt sich nur teilweise mit dem breiten Produktsortiment erklären. Ähnlich sieht es bei Bayer Crop Science und der Kunststoff-Tochter BMS aus: Sie erwirtschaften schwächere Margen als Konkurrenten wie BASF, Dupont oder Syngenta.

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  • Hey Leute das kommt mir bekannt vor. Gespart wird immer bei den Mitarbeitern, das ist gut so es muß schließlich genug für die Vorstände übrig bleiben. Die HartziV boni müssen doch bezahlt werden. Wie kommt das eigentlich (sparen), wir haben doch wie unsere Elite jeden Tag sagt, einen boooom , einen Suuuuuper Aufschwung, wir sind Exportweltmeister, (ja wir exportieren ja auch gerade unsere Altersversorgung unsere Ersparnisse etc. ebenfalls).
    ist es nicht die letzten 20Jahre schon so das wir immer nur und immer mehr (wohlgemerkt als Arbeitnehmer) sparen müssen. bei Lohn Gehalt Rente Alterversorgung etc. Kommt das eigentlich niemandem irgendwie komisch vor.?

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