Milliarden-Kampf um Allergan
Valeant will Botox-Hersteller feindlich übernehmen

53 Milliarden Dollar waren zu wenig: Nachdem der US-Botox-Hersteller Allergan ein weiteres Angebot des Pharmariesen Valeant abgelehnt hatte, greifen die Kanadier zu anderen Mitteln. Sie wollen das Management austauschen.
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New York/WinnipegNach mehreren vergeblichen Anläufen zur einvernehmlichen Übernahme des Botox-Herstellers Allergan fährt der kanadische Pharma-Konzern Valeant nun schwerere Geschütze auf. Eine feindliche Übernahme sei zwar nicht der bevorzugte Schritt, sagte Valeant-Chef Mike Pearson am Dienstag.

Aber die Pläne seines Unternehmens seien strategisch so ausgereift und finanziell so attraktiv, dass dieser Weg sinnvoll sei. Daher werde Veleant noch diese Woche eine Tausch-Offerte für Allergan vorlegen, wodurch Valeant dann die Möglichkeit habe, eine Offerte direkt an die Allergan-Aktionäre zu richten. Das Management des Faltenglätter-Produzenten hatte zuletzt auch die auf mehr als 53 Milliarden Dollar erhöhte Offerte abgelehnt.

Um zum Ziel zu gelangen, schmiedet Pearson eine Allianz mit dem ebenfalls an einer Fusion interessierten Allergan-Hauptaktionär. So wird der Hedgefonds Pershing in den nächsten Tagen auf eine außerordentliche Hauptversammlung hinarbeiten, bei der das Allergan-Management dann weitgehend ausgetauscht werden soll.

Mit einer neuen Allergan-Führung könne dann doch noch eine Fusionsvereinbarung ausgehandelt werden. Der Fonds unter der Leitung von Investor Bill Ackman hält an Allergan 9,7 Prozent. Einer Einberufung der Aktionärsversammlung müssen Eigner mit Stimmrechten über 25 Prozent zustimmen. Valeant zeigte sich zuversichtlich, diese Schwelle zu erreichen.

Allergan bekräftigte dagegen, das vorliegende Valeant-Gebot sei zu niedrig. Valeant bietet den Aktionären des Unternehmens aus dem kalifornischen Irvine inzwischen 72 Dollar in bar und 0,83 Valeant-Aktien je Allergan-Anteilsschein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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