Milliarden-Projekte
Volkswagen setzt in der Volksrepublik auf Offensive

Bis zum Jahr 2016 will Volkswagen 14 Milliarden Euro in China investieren. Der Deal soll im Beisein von Premier Jiabao und Kanzlerin Merkel besiegelt werden. Doch die Offensive birgt Risiken.
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Berlin/DüsseldorfVolkswagen setzt seine Innovationsoffensive in China fort. Nach Informationen aus dem Kanzleramt und dem Wirtschaftsministerium wird Konzernchef Martin Winterkorn am Montag im Beisein von Chinas Premier Wen Jiabao und Bundeskanzlerin Angela Merkel den Bau eines neuen Werks in der Volksrepublik und weitere Projekte besiegeln. Insgesamt will VW bis zum Jahr 2016 rund 14 Milliarden Euro in China investieren.

Die Volksrepublik ist ein wachsender Markt für Volkswagen; 2011 verkaufte der Konzern dort bereits 27 Prozent seiner Autos. Wegen der starken Abhängigkeit vom Reich der Mitte ist das Engagement nicht ohne Risiko. Zum einen verlangt Peking – in der Hoffnung auf Technologietransfer –, dass ausländische Anbieter mit einheimischen Herstellern kooperieren. So betreibt VW Gemeinschaftsunternehmen mit den Partnern FAW und SAIC.

Zum anderen stellt Peking gern die Ausländer an den Pranger, wenn es in diesen Gemeinschaftsunternehmen Probleme gibt, so wie zuletzt bei Getrieben. Stefan Bratzel, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach, sieht die VW-Pläne deshalb nicht nur positiv: „Mit weiteren Investitionen wächst die Verwundbarkeit.“ Denn dass der Konzern derzeit so glänzend dasteht, verdankt er vor allem dem China-Geschäft.

Am morgigen Donnerstag findet in Hamburg die Volkswagen-Hauptversammlung statt.

Der Autor ist stellvertretender Chefredakteur und Büroleiter in Berlin.
Michael Inacker
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
Wolfgang Reuter
Wolfgang Reuter
Handelsblatt / Ressortleiter

Kommentare zu " Milliarden-Projekte: Volkswagen setzt in der Volksrepublik auf Offensive"

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  • Hauptsache die Vorstände machen die utopische Kohle ,der
    Kunde wird für dumm verkauft bei Garantieansprüchen .
    Hat man erst mal einen VW gekauft geht auch schon gleich der Ärger los .
    Die Kunden sind die Versuchskaninchen für eine Technik
    die fehlerhaft ist .
    Das beste Beispiel sind die Minimotörchen 1,4 TSI .
    Der Grundmotor 80PS dazu Turbo 122PS dazu Kompressor 160PS .
    Ja haben die von VW noch alle Tassen im Schrank ,160 PS mit diesem Minimotörchen !
    Wenn ein Kunde 160 PS einsetzt u.das auf Autobahnen
    ständig ,der ist bestimmt nur in der Werkstatt .
    VW hat den Größenwahn gepackt u. sind beim Chinageschäft demnächst außen vor .
    Die moderne Technik von VW klauen die Chinesen für ihre eigene Autoindustrie .
    China hält sich nicht an geltendes Recht ,überall Produktklau . Sollten die Chinesen einmal moderne Autos bauen ,dann kann die europäische Autoindustrie in Europa die Werkstore schließen . Siehe Japan.-u. Koreaautos .
    Und die Dummen von VW lassen sich auch noch über den Tisch ziehen .
    "Made in China of Germany" wird es demnächst heißen auf
    chinesischen Autos in VW Werken gebaut zB. in Wolfsburg .

  • ---mx1

    stimmt, die Profanen und Ahnungslosen sehen es so.

    tut so viel Unwissen eigentlich weh?

  • Die Zukunft wird es zeigen und dann kann man sagen, "hätte man doch - ...." oder man hat alles richtig gemacht.
    Tatsächlich kann man aber jetzt schon sagen, dass es ein Vabanquespiel ist und mit wirtschaftlicher Vernunft nur vordergründig etwas zu tun hat. Okay, niemand weiß wie China sich z. B. in zwanzig Jahren gesellschaftlich entwickeln wird. Die letzten zwanzig Jahre lassen da allerdings nichts Gutes erahnen, denn wirtschaftliche Entwicklung mit prekärer und unmündiger Arbeitnehmerschaft kann auf lange Sicht für Volkswagen nicht nur zum Vorteil sein. Von den rechtlichen und politisch motivierten "nationalsozialistischen" Risiken in China mal völlig abgesehen, obwohl die allein einen westlichen Großkonzern der sich in China übergebühr engagiert in die Knie zwingen könnte.
    Der Name "Volkswagen" sollte zumindest auch ein wenig Verpflichtung sein, denn Volk heißt auf griechisch Demos und China ist beileibe nicht annähernd eine Demokratie oder gar ein Rechtsstaat und wird bedauerlicherweise so schnell auch keiner werden. Es gibt aber eine große Demokratie in Asien die dringend insbesonders wirtschaftlich weiter entwickelt werden müsste. Warum investiert Volkswagen, der zu einem kleinen Teil ein "öffentlich rechtlicher" Konzern ist, nicht entsprechend der chinesischen Investitionen auch in Indien ?! Möglicherweise wird man das eines Tages bereuen, man sollte nicht immer mutwillig und nur provitorientiert an Ästen sägen die man zum oben bleiben benötigt !

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