Milliarden-Sparplan
Airbus-Krise lässt A350-Projekt wackeln

Nach dem Debakel um den Riesen-Airbus A380 hat der deutsche EADS-Co-Chef Thomas Enders Zweifel an einem weiteren, ebenfalls problematischen Milliardenprojekt geäußert. In der Produktion des Flugzeugbauers sollen trotz der Krise jedoch keine Arbeitsplätze gestrichen werden. Den Lebensstandard müsse man bei Airbus aber schon ändern.

HB BERLIN. Auf die Frage, ob die Entwicklung des Langstreckenflugzeugs A350 XWB möglicherweise nicht gestartet werde, sagte Enders der „Financial Times Deutschland“ (Donnerstagausgabe): „Das kann ich nicht ausschließen. Angesichts der schwierigen Situation, in der wir uns jetzt befinden und der Tragweite der A350-Entscheidung kann es keinen Automatismus geben.“ Die Entscheidung müsse sorgfältig geprüft werden und sei noch nicht gefallen. Das im Sommer vorgelegte A350-Konzept sei überzeugend und die Reaktion der Fluggesellschaften positiv. „Aber natürlich müssen wir für einen Programmstart Konzept und Ressourcen in Einklang bringen.“

Airbus hatte erst im Sommer den A350 XWB vorgestellt, nachdem Kunden an den ursprünglichen Plänen für die Maschine massive Kritik geübt hatten.

Zur aktuellen Krise um den Superjumbo A380 sagte Enders: „Der A380-Zeitplan war von Anfang an ambitioniert und aus heutiger Sicht vielleicht auch unrealistisch.“ Die Krise biete auch Chancen. EADS und Airbus könnten jetzt Tabuthemen angehen. Hierzu gehöre die politisch gewachsene Standortstruktur und Doppelkapazitäten. „Es wird tiefe Einschnitte geben, Airbus braucht die Veränderung.“

Der Airbus-Mutterkonzern EADS hatte eine weitere Lieferverzögerung beim A380 um durchschnittlich ein Jahr angekündigt. Um Gewinneinbußen auszugleichen und auf den schwachen Dollar-Kurs zu reagieren, hatte das Unternehmen ein neues Sparprogramm über zwei Mrd. Euro angekündigt. In der Branche wird spekuliert, dass die Fertigungsanteile für den doppelstöckigen A380 von Hamburg nach Toulouse verlagert werden könnten. Im Gegenzug könnte die Montage des kleineren A320 der Hansestadt zugeschlagen werden.

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