Milliarden-Übernahme bahnt sich an
Russen sind hinter Repsol her

In der Ölbranche bahnt sich eine neue Milliarden-Übernahme an. Mehrere Interessenten buhlen derzeit um den Einstieg beim spanischen Ölkonzern Repsol YPF. Vor allem der russische Ölriese Lukoil greift Branchenkreisen zufolge nach dem zum Verkauf stehenden Anteil von knapp 30 Prozent – für die Russen aus zweierlei Gründen interessant.

MADRID/DÜSSELDORF/MOSKAU. Die Russen versuchen schon länger, in Westeuropa stärker Fuß zu fassen. Zugleich bietet Repsol dem Käufer einen breiteren Zugang zum lukrativen lateinamerikanischen Markt.

Der größte Repsol-Aktionär, der Baukonzern Sacyr Vallehermoso, hat "Verhandlungen mit möglichen Investoren" bestätigt. Sacyr hält 20 Prozent an Repsol. Weitere neun Prozent liegen bei der Beteiligungsgesellschaft Criteria. Sie bestätigte der spanischen Börsenaufsicht, "informelle Kontakte" wegen eines Verkaufs aufgenommen zu haben.

Repsol ist Spaniens führender Ölkonzern und hat einen weiteren Schwerpunkt in Südamerika. In Argentinien ist der Konzern Marktführer. Repsol machte im vorigen Jahr einen Umsatz von 52,1 Mrd. Euro und einen Nettogewinn von 3,2 Mrd. Euro. An der Börse war der Konzern am Donnerstag rund 16,6 Mrd. Euro wert.

Nicht nur die Russen sind an einem Einstieg interessiert. Repsol selbst soll spanischen Medienberichten zufolge schon mit arabischen Staatsfonds gesprochen haben. Bei Lukoil in Moskau will man das Interesse weder bestätigen noch dementieren. "Wir äußern uns zu Akquisitionen erst, wenn alle Verträge unterschrieben sind", sagte ein Sprecher dem Handelsblatt.

Allerdings ließ er keinen Zweifel daran, dass Lukoil an Zukäufen von Raffinerien und Tankstellen in Europa interessiert sei. In Spanien sei man bislang nicht tätig. Präsent ist Lukoil bereits in Italien. Der Konzern hat seinen größten Produktionsstandort in West-Sibirien, ist aber ebenso in Ägypten, der Ukraine, Venezuela und dem Irak vertreten. Der Umsatz lag im vorigen Jahr bei umgerechnet 48,6 Mrd. Euro, der Nettogewinn bei 6,9 Mrd. Euro.

Die spanische Regierung machte am Donnerstag keine grundsätzlichen Einwände gegen einen Einstieg von Lukoil geltend. Man hielte es allerdings für gut, wenn Repsol ein Unternehmen "unter spanischer Flagge" bliebe, sagte Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero. Industrieminister Miguel Sebastian erklärte Repsol zum "strategischen Schlüsselunternehmen für die Energieversorgung Spaniens". Größere Vorbehalte gegenüber den Russen waren aber nicht zu hören. Lukoil sei ein privater Konzern, dessen größter Aktionär das US-Unternehmen Conoco-Phillips sei, unterstrich Ministerpräsident Zapatero.

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