Milliarden-Übernahme beflügelt Stahl-Aktien
Arcelor möchte Nachschlag von Mittal

Der weltgrößte Stahlkonzern Mittal Steel will die Nummer Zwei der Branche, den luxemburgischen Stahlriesen Arcelor, für 18,6 Milliarden Euro kaufen. Dies teilte Mittal am Freitag mit.

HB LONDON. Doch der europäische Stahlkonzern Arcelor hält das von Konkurrent Mittal Steel unterbreitete Übernahmeangebot von 18,6 Milliarden Euro offenbar für zu niedrig. „Mittal wird nur dann erfolgreich sein, wenn es einen außergewöhnlichen Preis bezahlt“, verlautete am Freitag aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen. „Die Angebot, dass sie unterbreitet haben ... ist nicht genug“. Das Mittal-Angebot sei aus heiterem Himmel gekommen. Der Arcelor-Verwaltungsrat bemühe sich darum, ein Treffen zu arrangieren, um über das Kaufangebot zu beraten.

Der Chef von Mittal Steel, Lakshimi Mittal, sagte, bereits am 14. Januar sei sein Unternehmen an Arcelor herangetreten. Arcelor habe die Kontaktaufnahme mit der Begründung abgelehnt, es sehe Probleme bei einem solchen Geschäft. Er kündigte zugleich an, das Gespräch mit dem Arcelor-Management zu suchen.

Der gebürtige Inder hat in den vergangenen Jahren durch eine Reihe spektakulärer Übernahmen in der Branche einen Stahlgiganten geschmiedet, der im vergangenen Jahr Arcelor als die Nummer eins überholt hat. Das feindliche Übernahmegebot bewerte Arcelor-Titel mit 28,21 Euro je Aktie, erklärte Mittal am Freitag. Dies sei ein Aufschlag von 27 Prozent auf den Schlusskurs der Arcelor-Aktien vom 26. Januar. Arcelor-Anteilseigner sollen vier Mittal-Aktien und 35,25 Euro in bar für fünf ihrer Arcelor-Aktien erhalten.

Auch der Kauf des kanadischen Stahlproduzenten Dofasco durch Thyssen-Krupp von Marktführer Mittal Steel wurde bereits vereinbart. Thyssen-Krupp habe sich verpflichtet, bis zu 100 Prozent der Anteile von Dofasco zum Preis von 68 kanadischen Dollar je Aktie zu erwerben, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Gesamtwert des Geschäfts liegt umgerechnet bei 3,8 Milliarden Euro.

Der nun angebotene Preis entspreche dem letzten Gebot des deutschen Konzerns im Bieterwettstreit um Dofasco, sagte Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz auf der heutigen der Hauptversammlung des Unternehmens in Bochum. Thyssen-Krupp könnte die Übernahme des kanadischen Konkurrenten Dofasco ohne Kapitalerhöhung aus eigener Kraft finanzieren.

Seite 1:

Arcelor möchte Nachschlag von Mittal

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%