Milliarden-Übernahme
Inbev kauft Anheuser für 50 Milliarden Dollar

Der belgische Bierbrauer Inbev übernimmt den US-Konkurrenten Anheuser-Busch und steigt zum Weltmarktführer auf. Der neue Konzern, der Anheuser-Bush Inbev heißen wird, soll von Managern beider Unternehmen geführt werden.

HB NEW YORK. Nach einem einmonatigen Abwehrkampf stimmte die Anheuser-Führung einem verbesserten Angebot von 70 Dollar je Aktie zu. Das entspricht einem Gesamtkaufpreis von etwa 50 Mrd. Dollar und einem Aufschlag von 27 Prozent gegenüber dem Rekordhoch der Anheuser-Aktie. Wie die Unternehmen am Montag in New York mitteilten, wird der fusionierte Konzern Anheuser-Busch Inbev heißen und von Inbev-Chef Carlos Brito geführt werden. Im Vorstand sollen demnach auch zwei Anheuser-Manager sitzen.

Die Übernahme ist die bislang größte in der von einer Konsolidierungswelle geprägten Brauereibranche. Es wird erwartet, dass die Regulierungsbehörden dem drittgrößten Kauf eines US-Konzerns durch ein ausländisches Unternehmen zustimmen werden. Mitte Juni hatte der größte US-Brauer Anheuser eine ursprüngliche Offerte über 46,3 Mrd. Dollar abgelehnt. Daraufhin war Inbev auf Konfrontationskurs gegangen und drohte mit einem Sturz des Anheuser-Direktoriums.

Nun erhöhte Inbev jedoch wie erwartet sein Angebot um fünf auf 70 Dollar je Aktie. Auf der Grundlage der 713 Mill. Anheuser-Aktien entspricht dies einem Gesamtwert von 50 Mrd. Dollar. Die Unternehmen sprachen von einem Kaufpreis in Höhe von 52 Mrd. Dollar, lieferten aber zunächst keine Erklärung, wie sich ihr Preis errechnet.

Durch die Fusion rechnen beide Unternehmen bis 2011 mit Synergien in Höhe von mindestens 1,5 Mrd. Dollar. Inbev, das neben Beck's auch die Marken Franziskaner, Löwenbräu und Diebels vertreibt, löst durch den Zusammenschluss den bisherigen Branchenführer SABMiller aus Großbritannien als Branchenführer ab. Die neue Nummer Eins wird einen Jahresumsatz von etwa 36 Mrd. Dollar aufweisen.

Der mexikanische Corona-Brauer Grupo Modelo, der zur Hälfte Anheuser gehört, erklärte indes, dass es sich gewisse Mitspracherechte bei der Fusion vorbehalte.

Die Anheuser-Aktie hatte ihr Rekordhoch im Oktober 2002 erreicht.

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