Milliarden-Verkauf
Bosch trennt sich von Denso-Anteilen

Für über eine Milliarde Euro verkaufte Bosch seine Beteiligung an dem japanischen Zulieferer Denso. Mit dem Geld will das Unternehmen neue Zukäufe finanzieren – und sich für schwere Zeiten rüsten.
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StuttgartDer Autozulieferer Bosch rüstet sich mit dem Verkauf einer milliardenschweren Beteiligung am Konkurrenten Denso für Zukäufe und härtere Zeiten. Die seit knapp sechs Jahrzehnten gehaltene Beteiligung an dem japanischen Wettbewerber sei für rund 1,1 Milliarden Euro veräußert worden, teilte Bosch am Donnerstag mit. Das Geld solle für Investitionen und Übernahmen genutzt werden.

Bosch hatte zuletzt noch rund fünf Prozent an dem japanischen Konzern gehalten. Die Partnerschaft geht auf eine Lizenzfertigung von Lichtmaschinen und Anlasser zurück, beide Unternehmen produzieren zudem gemeinsam Kraftstoffpumpen in den USA und Infotainment-Systeme in Japan und Hildesheim.

Bosch bekam zuletzt den Abschwung auf den Fahrzeugmärkten zu spüren und hat daher bereits Mitarbeiter bei Diesel-Einspritzsystemen und im Maschinenbau in Kurzarbeit geschickt. In der Solartechnik kämpft auch der Industrie- und Gebäudetechnik sowie bei Haushaltsgeräten aktive Konzern mit Verlusten.

Die Produktion von Dünnschicht-Solarzellen wurde im August eingestellt, die gesamte mit Milliarden-Aufwand aufgebaute Geschäftssparte steht seit dem Frühjahr auf dem Prüfstand. Auf Dauer will Bosch deren Verluste nicht mit Gewinnen aus anderen Konzern-Geschäftsfeldern subventionieren.

Zuletzt richtete Bosch zudem das Zukunftsgeschäft mit Batterie-Technik für elektrische Fahrzeugantriebe neu aus und verkaufte seine Anteile an dem gemeinsam mit Samsung SDI aufgebauten koreanischen Batteriezellen-Hersteller SB LiMotive.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Bei Akquisitionen und Desinvestitionen hat dieser Konzern stets ein glückliches Händchen gehabt.

    Zu früh, zu spät, zu teuer, das falsche und und und. Des weiteren sind bei den letzten Aktivitäten reihenweise die Leute weggelaufen. Die wollten alle nicht im sklerotischen Buchhalterladen arbeiten, bei dem von oben herab so alles Kreative abgewürgt wird.

    Warum der Konzern bei Studienanfänger trotzdem so beliebt ist, hat eine einfache Erklärung: Sesselfurzer gingen früher zu Staatsläden a la Post. Heute weht dort ein anderer Wind und so suchen sich die Bürokratiefanatiker neue Zielen aus - eben auch die Schillerhöhe.

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