Milliardenauftrag geht an USA
Eurofighter fällt bei Türken durch

Unmittelbar nach der Entscheidung der EU, Beitrittsverhandlungen mit der Türkei teilweise auszusetzen, hat Ankara den Eurofighter abgeschossen. Um die türkische Luftwaffe zu modernisieren, sollen nun amerikanische Kampfflugzeuge bestellt werden. Damit geht den Europäern ein Milliardenauftrag durch die Lappen. Die Eurofighter-Hersteller wittern aber noch eine zweite Chance.

ATHEN/PARIS. Das türkische Verteidigungsministerium hat jetzt beschlossen, sich an der Produktionsphase des US-Konkurrenzmodells F-35, des Joint Strike Fighter (JSF), zu beteiligen. Das teilte Verteidigungsminister Vecdi Gönül am Dienstagabend in Ankara nach einer Sitzung des militärischen Beschaffungs-Komitees mit. Damit ist auch die Entscheidung für eine Beschaffung der F-35 für die Modernisierung der türkischen Luftwaffe gefallen. Es geht um zunächst 100 Maschinen.

Das Volumen des Auftrags beläuft sich nach Aussage von Minister Gönül auf rund 10 Mrd. Dollar – das bisher teuerste Rüstungsprojekt in der Geschichte des Landes. Die ersten neun Maschinen sollen 2010 vom Hersteller Lockheed Martin bezogen werden, sagte Gönül. Die restlichen 91 Flugzeuge werde man in einem Joint Venture mit Lockheed Martin in der Türkei montieren.

Das Eurofighter-Konsortium will indes nichts davon wissen, durch diese Entscheidung in der Türkei bereits komplett aus dem Rennen zu sein. „Die fraglichen 100 Maschinen decken lediglich den Bedarf der türkischen Luftstreitkräfte für Bodeneinsätze. Bei der Erneuerung der Flotte für die Luftabwehr behält der Eurofighter seine Chancen“, hieß es bei der italienischen Alenia, die sich im Namen von Eurofighter um den Türkei-Auftrag bemüht. Insgesamt müsse die türkische Luftwaffe ihre Flotte von 400 Kampfflugzeugen modernisieren.

In Ankara gab es keine Bestätigung dafür, dass die Probleme der Türkei bei den EU-Beitrittsverhandlungen einen Einfluss auf die Entscheidung zu Gunsten des US-Flugzeugs F-35 gehabt haben könnten . Dabei hieß es noch vor einigen Monaten im türkischen Verteidigungsministerium, dass die Türkei möglicherweise einen Mix aus beiden Mustern bestellen wolle. Erst Ende November hatte Eurofighter seine Offerte nochmals nachgebessert.

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