Milliardenauftrag
Lockheed sticht EADS-Kampfjet aus

Lockheed Martin sichert sich einen Milliardenauftrag in Südkorea, der Eurofighter von EADS hat das Nachsehen. Dabei übersteigt der Auftrag das ursprünglich eingeplante Budget der Koreaner.
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SeoulDer europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat beim Kampfjet-Auftrag aus Südkorea den Kürzeren gezogen. Den Zuschlag für die Lieferung von 40 Flugzeugen erhalte der US-Rivale Lockheed Martin, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul am Freitag mit. Das südkoreanische Militär habe sich für Tarnkappenflugzeuge des Typs F35 entschieden, weil diese Technologie die Anforderungen am besten erfülle. Die Entscheidung des Verteidigungsministers steht jedoch noch aus.

Die Maschinen sollen ab 2018 ausgeliefert werden. Zu dem Paket gehören ein neuer Militär-Kommunikationssatellit, Hilfe bei der Entwicklung eines eigenen südkoreanischen Tarnkappenbombers und ein Trainingszentrum für Cyber-Kriegsführung.

Lockheed Martin begrüßte die Entscheidung Südkoreas. Der EADS-Konzern, der den Eurofighter ins Spiel gebracht hatte, war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Als drittes Unternehmen hatte Boeing eine Offerte abgegeben. Zwar lag das Angebot von Lockheed Martin zunächst über dem Budget der südkoreanischen Regierung, die ursprünglich umgerechnet 7,7 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt hatte. Allerdings bestellte das Land nur 40 Maschinen und nicht 60, wie eigentlich geplant. Bei den übrigen 20 Maschinen, die ab 2023 ausgeliefert werden sollen, sei das Land noch offen für verschiedene Modelle, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Experten gehen davon aus, dass das Land noch modernere Flugzeuge als die F35 erwerben will.

Südkorea befindet sich offiziell immer noch im Kriegszustand mit dem Nachbarn Nordkorea. Die Entscheidung für die modernen Tarnkappenflugzeuge wurde dadurch begünstigt, dass auch Japan solche Flugzeuge bestellte und China eigene Tarnkappenbomber entwickelt. Das weckte Sorgen in Südkorea, dass es militärisch ins Hintertreffen geraten könnte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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