Milliardenauftrag
Siemens stattet US-Militär mit Medizintechnik aus

Siemens und GE konkurrieren längst nicht mehr nur auf traditionellen Geschäftsfeldern, sondern auch mit ihren Gesundheitssparten. Nun zog Siemens einen milliardenschweren Auftrag an Land – ausgerechnet in den USA.
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Virginia, MünchenSiemens kann sich über zwei Großaufträge aus den USA und Indien freuen. Zum einen erhielt die vor dem Börsengang stehende Medizintechniksparte eine ungewöhnlich große Bestellung vom US-Verteidigungsministerium für Radiologie-Systeme, wie die Behörde in der Nacht zum Mittwoch mitteilte. Das Pentagon orderte demnach Technik, Zubehör und Schulungseinheiten zu einem Festpreis von 4,1 Milliarden Dollar. Die Bestellung ist damit eine der größten in der Siemens-Geschichte.

Die Medizintechnik, die unter dem Namen Healthineers firmiert, ist eines der größten und profitabelsten Geschäftsfelder der Münchner, Aufträge in einer derartigen Größenordnung sind allerdings äußert selten, zumal eher eine Bestellung der US-Regierung unter Donald Trump beim heimischen Rivalen General Electric (GE) erwartet wurde.

Für den geplanten Börsengang der Sparte Healthineers hält sich Siemens-Chef Joe Kaeser weiter alle Optionen offen. „Wir haben vieles durchdacht, aber es ist noch nichts entschieden“, sagte er dem Schweizer Blatt „Finanz & Wirtschaft“ Sowohl die Platzierung neuer Aktien in einem Börsengang als auch ein Teil-Spin-Off sind möglich.

Auch der Ort der Börsennotiz ist offen: „Der US-Aktienmarkt ist sehr liquide und hat ein gutes Verständnis für den Gesundheitssektor“, fügte er hinzu. Es bleibe abzuwarten, ob US-Präsident Donald Trump Bürokratie und Steuern abbaue. „Auch die Börsen Frankfurt und Hongkong sind ebenfalls Optionen.“ Die Arbeitnehmervertreter hatten sich gegen eine Notiz in Amerika ausgesprochen, weil sie die Aushöhlung der Mitbestimmungsrechte fürchten.

Für die nächste Zeit seien keine weiteren Abspaltungen geplant, sagte Kaeser. „Die große strukturelle Neuausrichtung ist abgeschlossen“, formulierte der Manager, der den Konzern in seiner Amtszeit wiederholt neu aufgestellt hat. Eine reine Beteiligungsgesellschaft, wie Betriebsräte und Gewerkschafter befürchten, solle Siemens nicht werden.

Die Restbeteiligung am Lichttechnikkonzern Osram von knapp 18 Prozent will Kaeser weiter loswerden, hielt sich aber über die Art und Weise weiter bedeckt. „Es gibt keinen inhärenten Grund mehr, beteiligt zu sein. Es gibt auch die Option, einen strategischen Zusammenschluss zu ermöglichen, um Osram zu stärken.“ Zuletzt hatten sich Chinesen für das Traditionsunternehmen interessiert, hatten sich aber nach massiven Protesten der Belegschaftsvertreter wieder abgewandt.

In Indien erhielt Siemens unterdessen zusammen mit seinem japanischen Partner Sumitomo Electric einen Großauftrag für Netztechnik. Für 520 Millionen Dollar sollen die Firmen eine Hochspannungsgleichstrom-Verbindung (HGÜ) bauen, davon entfällt mit 258 Millionen Dollar rund die Hälfte auf Siemens. Die rund 200 Kilometer lange Trasse solle 2020 in Betrieb gehen und das zentrale Südindien mit der Küste verbinden. Der indische Netzbetreiber investiert derzeit massiv in den Ausbau seiner Leitungen und bestellt dafür bei Siemens und dem Schweizer Rivalen ABB, um die gesamte Bevölkerung rund um die Uhr mit Strom versorgen zu können.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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