Milliardendeal im Bergbau
Rio Tinto will sich Konkurrenten einverleiben

Die Fusionswelle unter den Rohstoffkonzernen geht weiter. Nun will sich der britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto den Rivalen Riversdale schnappen.
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HB MELBOURNE. In der Bergbaubranche zeichnet sich ein erneute milliardenschwere Übernahme ab. Der britisch-australische Konzern Rio Tinto will den kleineren Rivalen Riversdale für 3,5 Milliarden Dollar kaufen. Im Fokus des Interesses stehen Analysten zufolge die großen Mengen an qualitativ guter Kokskohle von Riversdale. Der Rohstoff wird zur Herstellung von Stahl benötigt. Riversdale verfügt über zahlreiche Kokskohle-Bergwerke in Mosambik, die zwischen fünf und zehn Prozent des Weltmarktanteils ausmachen könnten.

Vor allem in Indien und China ist der Rohstoff heiß begehrt. Nach Einschätzung von Analysten könnten daher auch andere Konzerne Interesse anmelden und ein Bieterwettbewerb um Riversdale entstehen. Rio Tinto und Riversdale bestätigten am Montag Medienberichte, dass sie miteinander redeten. Während die in Australien gehandelten Aktien von Rio Tinto 0,5 Prozent fielen, schossen die Anteilsscheine von Riversdale um 16 Prozent in die Höhe.

Die Gespräche seien jedoch in einem sehr frühen Stadium und es läge noch nichts auf dem Tisch, betonte Rio Tinto. Riversdale deutete an, auch mit anderen zu verhandeln. Als potenzielle Interessenten wurden unter anderem die brasilianische Vale und die indische Tata Steel gehandelt. Die Inder sind neben der brasilianischen CSN und dem US-Hedgefonds Passport Capital einer der Hauptanteilseigner von Riversdale. Tata Steel werde die Situation aufmerksam beobachten und falls nötig entsprechende Schritte einleiten, teilte das Unternehmen mit.

Aber auch Xstrata, Anglo Amercian und Peabody wurden genannt. Xstrata und Anglo lehnten Stellungnahmen ab. Da BHP Billiton über genügend Wachstumsmöglichkeiten in Australien verfügt und erst vor kurzem mit einem Übernahmeangebot über 39 Milliarden Dollar für den weltgrößten Düngemittelkonzern Potash scheiterte, schreiben Analysten dem Bergbauriesen das geringste Interesse zu.

Sollte Rio Tinto zum Zuge kommen, wäre es der erste signifikante Zukauf seit 2007. Damals schluckte der Konzern für 38 Milliarden Dollar den Verpackungskonzern Alcan und kämpfte anschließend damit, seinen immensen Schuldenberg abzutragen.

Mehrere größere Vorhaben der Branche waren in jüngster Zeit geplatzt. So beugten sich Rio Tinto und Konkurrent BHP Billiton den Wettbewerbshütern und sagten ihr geplantes Joint Venture im Eisenerzgeschäft mit einem Volumen von 116 Milliarden Dollar ab. Zuvor ließ Rio Tinto einen Zusammenschluss seines Eisenerzgeschäfts mit der chinesischen Chinalco platzen.

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