Milliardenentschädigung
Fiat und GM besiegeln ihre Trennung

Die Automobilkonzerne Fiat und General Motors (GM) haben sich in ihrem Streit um die vollständige Übernahme des angeschlagenen Automobilgeschäfts der Turiner geeinigt. Der Aufsichtsrat von Fiat billigte am Sonntagabend eine mit dem US-Konzern ausgehandelte Regelung, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete. GM bestätigte die Einigung.

mab/HB MAILAND. Demnach zahlt GM 1,5 Mrd. Dollar, um sich nicht auf die Übernahme des gesamten Automobilbereichs von Fiat einlassen zu müssen. Bei dem Streit ging es in erster Linie um diese umstrittene Put-Option, durch die Fiat seine Autosparte in den kommenden fünf Jahren an den US-Konzern hätte verkaufen können. Die Option ist Teil einer breit angelegten Allianz, die beide Unternehmen im Jahr 2000 vereinbart haben.

GM stritt zuletzt die Gültigkeit des Andienungsrechtes ab. Fiat hatte hingegen stets betont, die Put-Option sei „anwendbar und werthaltig“. General Motors vertrat die Auffassung, das italienische Unternehmen habe unter anderem mit dem Verkauf von Vermögenswerten seiner Autosparte gegen die Vereinbarung verstoßen. Fiat wies dies zurück.

Der Zustimmung des Fiat-Aufsichtsrates waren Verhandlungen zwischen den Chefs von GM und Fiat, Rick Wagoner und Sergio Marchionne, vorausgegangen. Die beiden Kontrahenten konnten sich einigen. Marchionne hatte in den vergangenen Wochen angedroht, er werde die Verluste schreibende Autosparte den Amerikanern aufs Auge drücken, sollte es keine gütliche Einigung geben. Neben Opel und Saab hätte GM dann einen dritten Problemfall in Europa.

Die Amerikaner, die derzeit vor allem mit der Sanierung von Opel beschäftigt sind, suchten bereits seit einiger Zeit einen Ausweg aus der „Put-Option“. Sie warfen den Italienern Vertragsbruch vor, unter anderem wegen einer Kapitalerhöhung im Jahr 2003. Zugleich rutschte der Autoabsatz von Fiat in den vergangenen Monaten weiter in den Keller. Fiat braucht vor allem Finanzmittel für die Sanierung und den Schuldenabbau. Auch zwei Joint Ventures zur Produktion von Motoren und Ersatzteilen sollen aufgelöst werden, hießt es weiter.

Nach Angaben von Fiat verpflichtete sich GM, eine Milliarde Euro bereits an diesem Montag zu zahlen, den Rest innerhalb von 90 Tagen. Montezemolo sagte, wäre es nicht zu der Vereinbarung gekommen, hätte Fiat demnächst auf die Verwirklichung der „Put-Option“ bestanden.

Auch der italienische Sozialminister Roberto Maroni begrüßte die Vereinbarung. „Jetzt ist Fiat wieder ganz in italienischer Hand.“ Er hoffe, dass der angeschlagene Turiner Konzern nun bald Erfolge bei seiner Sanierung vorweisen kann. Fiat ist nach Ansicht von Experten nicht zuletzt wegen verfehlter Modellpolitik in den vergangenen Jahren abgerutscht.

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