Milliardenfusion
Neue Stahl-Ehe in Nordamerika

Die kanadische Stahlfirma Gerdau Ameristeel kauft den US-Konkurrenten Chaparral Steel. Das Milliardengeschäft folgt einem Trend in der Branche. Der Zukauf dürfte auch Auswirkungen auf den deutschen Stahlprimus Thyssen-Krupp haben.

HB/der NEW YORK/DÜSSELDORF. Wie das in Toronto ansässige Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch mitteilte, legt Gerdau 86 Dollar je Chaparall-Aktie in bar auf den Tisch oder 4,22 Mrd. Dollar insgesamt. Dies entspricht einem Aufschlag von 13,6 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Die Führungsgremien beider Unternehmen hätten sich einstimmig für das Zusammengehen ausgesprochen, hieß es. Das Geschäft soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Aktionäre und Kartellbehörden müssen wie üblich zustimmen.

Mit dem Schritt will Gerdau sein Portfolio vergrößern und holt sich hochwertige Stahlprodukte ins Haus. Der in Texas ansässige Stahlkonzern Chaparral ist der zweitgrößte Hersteller von Bau-Stahlträgern in Nordamerika. Beide Firmen sind zudem im Recycling-Geschäft tätig.

In der Stahlindustrie rollt derzeit eine Übernahmewelle. Größter Zusammenschluss war der der indisch-stämmigen Nummer eins, Mittal, mit der französisch dominierten Nummer zwei, Arcelor. Der deutsche Stahlprimus Thyssen-Krupp hat sich jüngst durch eine Machterweiterung seines Großaktionärs Krupp-Stiftung vor einer feidlichen Übernahme geschützt.

Die Übernahme in den USA betrifft die Düsseldorfer direkt, will Thyssen-Krupp doch ein neues Stahlwerk für einen Milliardenbetrag errichten. Auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt sind die Deutschen bislang nur schwach vertreten und wollten diese Scharte eigentlich mit der Übernahme des kanadischen Konkurrenten Dofasco ausmerzen. Doch Arcelor kam ihnen zuvor, weshalb Thyssen nun neu baut.

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