Milliardengeschäft
General Electric buhlt um Staatsfonds

Erst das Emirat Abu Dhabi, nun vielleicht noch China und Singapur. Die Suche des US-Mischkonzerns General Electric nach solventen, vornehmlich staatlichen Investoren geht weiter. GE bestätigt nun, dass mit verschiedenen asiatischen Staatsfonds Gespräche laufen. Ziel der Aktion: Infrastrukturprojekte in neuen Märkten – und vielleicht dicke Finanzspritzen.

HB DÜSSELDORF. Es ist eine illustre Runde von Staatsfonds, mit denen der US-Mischkonzern General Electric (GE) derzeit Gespräche führt: Teamsek und GIC aus Singapur, CIC und Safe aus China. Offenbar ist GE nach der weitreichenden Kooperation mit der staatlichen Mubdala Development Company des Emirats Abu Dhabi auf den Geschmack gekommen. Dass sich GE nun nach der arabischen Welt auch in Asien nach neuen Investoren umschaut, haben verschiedene Manager nun offiziell, etwa der Nachrichtenagentur Bloomberg, bestätigt - und die Name der involvierten Akteure gleich mit. Allen gemeinsam: Sie sind entweder gar nicht oder nur ein bisschen an GE beteiligt.

Die acht Milliarden Dollar schwere Kooperation mit Mubdala hatte GE im Juli verkündet. Mubadala wolle zu einem der zehn größten institutionellen Anteilseigner aufsteigen, sofern es die Bedingungen erlaubten, hatte es damals geheißen. Genau wie heute bei den Gesprächen mit den asiatischen Fonds, ging es auch bei Mubdala nicht nur um den Einstieg eines neuen Investors - sondern auch um die Umsetzung verschiedener Projete wie etwa der Entwicklung regenerativer Energien oder aber der Luftfahrt.

Genau diese Kopplung aus Projekt und Investment sucht GE, das einzige Unternehmen, das seit 1897 im amerikanischen Standardwertindex Dow Jones notiert ist, auch jetzt. Steve Bolze, zuständig fürs Strom- und Wassergeschäft bei GE, sagte Bloomberg, dass einige Gesprächspartner stark an Wasser-Technologie-Projekten, etwa zur Wasseraufbereitung, interessiert seien. Und wie bei Mubdala auch bietet GE seine Unterstützung bei Themen wie Weiterbildung oder technologischen Expertisen an. Während man bei GE durchaus offen über die neuen Investoren spricht, wollen sich diese zur Zeit lieber gar nicht äußern. Sowohl GIC als auch Temasek lehnten es ab, Stellung zu nehmen.

Von der Finanzkrise wurde GE unlängst böse durchgeschüttelt: Der Gewinn ist im dritten Quartal gleich um 22 Prozent auf 4,31 Milliarden Dollar eingebrochen. Schuld daran hat vor allem die schwächelnde Finanzsparte des Konzerns, die inzwischen sogar eine Bürgschaft der US-Regierung bekommen hat. Zweimal hat GE fürs Gesamtjahr bereits seine Prognose nach unten revidiert.

Und: Der Konzern musste bereits eine Kapitalerhöhung ankündigen. GE wolle sich, so Konzernchef Jeffrey Immelt Anfang Oktober, eine Finanzspritze von mindestens 15 Milliarden Dollar beschaffen - und da setzt Immelt eindeutig auf große Investoren. Drei Milliarden steuert etwa alleine der legendäre US-Investor Warren Buffett bei. Und wer weiß, wie hoch das Engagement von Staatsfonds wie etwa der China Investment Corporation (CIC) ausfallen könnte, der immerhin 200 Milliarden Dollar auf dem Konto hat. Keine Frage, das Interesse von GE an Staatsfonds ist wohl begründet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%