Milliardengewinn
Linde will nach Rekordjahr mehr

Im vergangenen Jahr hat Linde 3,5 Milliarden Euro verdient. Doch der Industriegasekonzern gibt sich damit nicht zufrieden und will im kommenden Jahr noch stärker wachsen - und dabei auch noch sparen.
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MünchenLinde -Chef Wolfgang Reitzle hinterlässt seinem Nachfolger ein anspruchsvolles Erbe. Der im kommenden Jahr ausscheidende Manager mit dem schmalen Schnurrbart hob die Prognose für den Industriegasekonzern für 2016 an und sagte einen operativen Gewinn von fünf Milliarden Euro voraus.

Im abgelaufenen Jahr hatte Linde unter seiner Ägide gut 3,5 Milliarden Euro Betriebsergebnis eingefahren - so viel wie nie zuvor. "Wir haben uns gut behauptet, obwohl das Umfeld im Verlauf des Jahres 2012 zunehmend schwieriger wurde", sagte Reitzle am Donnerstag. Die Aktionäre profitieren ihrerseits davon: Sie sollen für 2012 eine um 20 Cent höhere Dividende von 2,70 Euro je Aktie erhalten.

Am Sparkurs will Reitzle dennoch festhalten. So sollen zwischen 2013 und 2016 die Bruttokosten um insgesamt 750 bis 900 Millionen Euro sinken. Analysten lobten, dass sich das Unternehmen höhere Ziele stecke. Am Aktienmarkt zeigten sich die Anleger allerdings unbeeindruckt. Die im Dax notierten die Linde-Papiere gaben 0,5 Prozent auf 139,85 Euro nach.

Den Sprung an die Weltspitze verpasste Reitzle 2012 indes. Trotz eines Umsatzplus' von einem Zehntel auf 15,28 Milliarden Euro blieben die Münchner 46 Millionen Euro hinter dem französischen Erzrivalen Air Liquide zurück. Im laufende Jahr dürfte Linde allerdings durch den zusätzlich hinzukommenden Umsatz des übernommenen US-Medizindienstleisters Lincare an den Franzosen vorbeiziehen. Das Betriebsergebnis soll dann mindestens vier Milliarden Euro betragen.

Zu Fragen über seine Nachfolge bei dem Traditionsunternehmen zeigte sich Reitzle gereizt. Sein Erbe an der Vorstandsspitze müsse, wie er auch, langfristig agieren, sagte der Manager. "Wir denken in Zeiträumen von zehn Jahren." Wichtig sei jetzt allerdings, dass der Übergang ohne großes Getöse über die Bühne gehe. "Es ist doch klar, dass ich nur ein großes Interesse habe: Dass die Nachfolge so sauber, geschmeidig und elegant wie möglich geregelt wird, damit die Kontinuität des Unternehmens gewahrt bleibt", sagte Reitzle.

Der für seine politischen Äußerungen bekannte Manager stößt sich allerdings an der Vorgabe, dass Vorstandschefs nach ihrem Abgang nicht direkt in den Aufsichtsrat wechseln sollen. "Ich halte das für nicht gut, das schadet mehr als es hilft." In den Beschränkungen sieht der streitbare Reitzle einen Eingriff in das Eigentumsrecht der Aktionäre. Dennoch habe sich Linde aus Angst um sein Image dagegen entschieden, ein Viertel der Stimmrechte zu mobilisieren, um die Hürde zu überwinden.

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  • Die Geschichte ist voll von Firmen die heute Rekordgewinne ausgewiesen haben um dann morgen tief in die roten Zahlen zu rutschen. Auch Lopez bei Opel, nur um ein Beispiel zu nennen, hatte 2 Milliarden in der Produktion eingespart mit der Folge dass die Opelfahrzeuge wieder gerostet sind und z.B. beim Tanken Stichflammen aus dem Einfüllstutzen schlugen. Oder wer erinnert sich nicht an die ewigen Rekordgewinnmeldungen des Herrn Ackermann. Heute sehen wir wo die Deutsche Bank diese generiert hat und wo sie inzwischen steht. Es ist keine Kunst kurzfristig höhere Gewinne zu generieren, die langfristig aber auf Kosten der Qualität und Sicherheit gehen, weil man eben an Selbigen spart. Ein sehr großer Teil der weltweiten Wirtschaft ist heute fest in Händen von unfähigen Blendern.

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