Milliardenhilfe
Politik soll Conti-Übernahme sichern

Den fränkischen Schaeffler-Konzern drückt eine immense Schuldenlast. Um die Übernahme des Autozulieferers Conti zu sichern, springen die Bundesländer Bayern und Niedersachsen zur Hilfe. Damit tritt der Staat erstmals seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise als Retter großer Industrieunternehmen auf den Plan.

Der Staat muss den mit 22 Mrd. Euro hochverschuldeten neuen Autozulieferer Schaeffler-Continental mit einer Mrd. Euro stützen. Die Bundesländer Bayern und Niedersachsen werden voraussichtlich jeweils eine halbe Milliarde Euro bereitstellen. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen beider Unternehmen. Das bayerische Wirtschaftsministerium bestätigte am Sonntag Gespräche über finanzielle Hilfen. Es gebe aber bislang keine Einigung. Die Details - Bürgschaft, Garantien oder auch eine direkte Beteiligung - seien noch offen, hieß es in Regierungskreisen.

Damit tritt der Staat das erste Mal seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise unmittelbar als Retter großer Industrieunternehmen in Deutschland auf den Plan. Laut bayerischem Wirtschaftsministerium müssten bestimmte Voraussetzungen bei Hilfen erfüllt sein, wenn Steuergeld eingesetzt werde. Die niedersächsische Staatskanzlei war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Das fränkische Familienunternehmen Schaeffler ist mit 49,9 Prozent Großaktionär des MDax-Konzerns Continental und hat weitere 40 Prozent bei Banken geparkt. Schaefflers Schuldenberg droht das von der Absatzkrise der Autoindustrie schwer gebeutelte Unternehmen zu erdrücken, hieß es am Wochenende in Finanzkreisen. "Wie es weitergeht, entscheidet nicht mehr Frau Schaeffler, sondern das entscheiden die Banken und die Bundesländer", hieß es in Industriekreisen. Große Teile des Schaeffler-Imperiums sollen bereits als Sicherheit an kreditgebende Banken verpfändet sein.

In den vergangenen zwei Wochen intensivierten sich die Verhandlungen über Staatshilfen. Bereits am Donnerstag hatten sich Conti-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann und Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder getroffen. Der SPD-Politiker wacht über die Einhaltung der Investorenvereinbarung.

Die Lösung des Konflikts nahm einen Tag später unter Federführung der Investmentbank Perella Weinberg und der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer Kontur an. Am Samstag unterbrach Contis Aufsichtsrat seine Krisensitzung in Hannover für ein Gespräch mit Schröder. Später kam auch die Unternehmerin Maria-Elisabeth Schaeffler dazu.

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