Milliardeninvestitionen
Volkswagen rüstet sich für die Weltspitze

Der Volkswagen-Konzern rüstet sich für den entscheidenden Kampf mit dem ewigen Konkurrenten Toyota. Der Autobauer investiert von 2011 bis 2015 mehr als 50 Milliarden Euro. In China kommen mehr als zehn Milliarden Euro aus den Kassen zweier Joint Ventures dazu. VW-Chef Martin Winterkorn will an die Weltspitze.
  • 1

HAMBURG. Der Volkswagen-Konzern rüstet sich für die entscheidende Phase im Kampf mit Branchenprimus Toyota um die Spitze der Autoindustrie. In den kommenden fünf Jahren nimmt die Führungsmannschaft von Europas größtem Autobauer 51,6 Mrd. Euro in die Hand, um neue Technologien, Produkte und Fabriken zu realisieren. Dazu kommen 10,6 Mrd. Euro in China, die von den beiden Joint Ventures mit chinesischen Unternehmen gestemmt werden.

Der VW-Konzern investiere weiter in umweltfreundliche Technologien, effiziente Antriebe und neue Modelle, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn. "Wir verfolgen konsequent die Ziele der Strategie 2018, um unsere Profitabilität weiter zu steigern und Volkswagen zum zukunftsfähigsten Automobilkonzern der Welt zu machen. Dazu trägt das jetzt vorgelegte Investitionsprogramm maßgeblich bei", so der VW-Chef.

Die Deutschen wollen spätestes im Jahr 2018 Toyota als Weltmarktführer ablösen. Der Absatz soll von zuletzt 6,3 Mio. Autos pro Jahr auf mehr als zehn Mio. Fahrzeuge steigen. Winterkorn strebt eine Umsatzrendite vor Steuern von acht Prozent an. Konzernkreisen zufolge könnten die Niedersachsen das Absatzziel schneller als geplant erreichen. Bereits 2015 dürfte VW die Absatzschwelle von zehn Mio. überschreiten, heißt es. Wesentlicher Treiber ist dabei der Boom in China, wo VW stark und Toyota eher schwach ist.

Die Marktforscher des US-Spezialisten JD Power erwarten für Volkswagens japanischen Rivalen Toyota und den an die Börse zurückgekehrten US-Konkurrenten General Motors im Jahr 2015 einen Absatz von knapp neun Mio. Fahrzeugen. Im laufenden Jahr dürfte VW erstmals rund sieben Mio. Autos verkaufen. Für eine Vielzahl weiterer Modelle zu bis zu 20 Prozent geringeren Kosten soll eine neue technische Plattform sorgen, die VW Modularen Querbaukasten nennt. Im kommenden Jahr baut der neue Audi A3 als erstes Modell des Konzerns darauf auf.

Mit 57 Prozent geben die VW-Manager mehr als die Hälfte der 41,3 Mrd. Euro Sachinvestitionen bis 2015 in Deutschland aus. Dazu kommen 10,3 Mrd. an bilanziell aktivierten Entwicklungskosten für neue Modelle. Der Aufsichtsrat des Autobauers hatte das Programm am Freitag in Wolfsburg beschlossen. Volkswagen erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 105 Mrd. Euro.

"Volkswagen unterstreicht mit diesen Investitionen den Anspruch, führender Automobilhersteller für seine Kunden, seine Mitarbeiter und seine Aktionäre zu werden", sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh, der im Kontrollgremium des Konzerns sitzt. Mit 27,7 Mrd. Euro nutzt VW den Löwenanteil der Sachinvestitionen für die Modernisierung und Erweiterung der Produkte aller Marken des Autobauers auf Basis der neuen Baukastentechnologie. Bei den Antrieben steht die Entwicklung von umweltfreundlicheren Hybrid- und Elektromotoren im Vordergrund. In die Anpassung und Verbesserung der im Vergleich mit Toyota zu aufwendigen und damit teuren Fertigungsprozesse fließen 13,6 Mrd. Euro.

Mit dem Programm soll die Investitionsquote des Konzerns in den Jahren 2011 bis 2015 bei durchschnittlich sechs Prozent liegen. Im Schnitt investiert VW jährlich 10,3 Mrd. Euro ins Autogeschäft - ein Plus von gut zwei Mrd. Euro pro Jahr im Vergleich zur früheren Planungsperiode von 2007 bis 2010. Den Kampf um die Spitze soll Winterkorn weiter anführen.

Kommentare zu " Milliardeninvestitionen: Volkswagen rüstet sich für die Weltspitze"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Da schlägt man eine Seite über Toyota-News auf und muß lesen, was VW gerade tut. VW kann expandieren wie es will, muß aber aufpassen, aus Übermut nicht auf der Strecke zu bleiben. investitionen vor allem in die Qualität sind immer sinnvoll. Der Japaner schläft nicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%