Milliardenofferte
Biotech-Riese Amgen übernimmt Abgenix

Das weltgrößte Biotechnologie-Unternehmen, Amgen, will den Wettbewerber Abgenix für 2,2 Milliarden Dollar kaufen und damit auch die volle Kontrolle über ein von den beiden Firmen gemeinsam entwickeltes Krebs-Medikament erlangen. Abgenix-Aktien reagierten am Donnerstag an der Wall Street mit einem Kurssprung auf die Nachricht.

HB LOS ANGELES. Die Papiere des kalifornischen Unternehmens stiegen in der Spitze um fast 50 Prozent auf 21,83 Dollar. Amgen-Aktien kletterten um rund drei Prozent auf 79,20 Dollar. Das weltgrößte Biotechunternehmen hatte am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitgeteilt, 22,50 Dollar pro Abgenix-Aktie zu zahlen und auch die Schulden der Gesellschaft zu übernehmen. Damit zahlt Amgen den Aktionären von Abgenix eine Prämie von rund 54 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Papiere vom Mittwoch. Durch den Zukauf wird der bereinigte Gewinn je Aktie von Amgen 2006 und 2007 wohl um fünf bis zehn Cent belastet werden. In den Jahren danach solle der Zukauf aber zum Gewinnzuwachs beitragen.

„Panitumumab war die treibende Kraft für diese Übernahme“, sagte Roger Perlmutter, zuständig für Forschung und Entwicklung bei Amgen. Wenn es die Arzneimittelbehörde zulässt, wäre Panitumumab das erste Krebsmedikament von Amgen. Der Konzern macht derzeit den Löwenanteil seines Umsatzes mit Medikamenten zur Behandlung von Blutarmut und Nebenwirkungen von Chemotherapien. „Das ist ein gutes Geschäft für Amgen“, sagte Eric Schmidt, Analyst bei SG Cowen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Mittel von den Behörden zugelassen werde, liege bei über 90 Prozent. Amgen hält Spitzen-Umsätze von mehr als zwei Milliarden Dollar pro Jahr mit Panitumumab für möglich.

Bei Panitumumab handelt es sich um einen monoklonalen Antikörper, der ein Protein blockiert, das für das Wachstum von Tumoren mit verantwortlich ist. Das Mittel steht in direkter Konkurrenz zum Krebsmedikament Erbitux von ImClone, für das der Darmstädter Merck-Konzern die Entwicklungs- und Vermarktungsrechte außerhalb der USA und Kanada besitzt.

ImClone-Aktien büßten in New York rund ein Prozent ein, Merck-Anteilsscheine notierten in Frankfurt unverändert.

Amgen hatte im vergangenen Monat mitgeteilt, dass das Mittel das Tumorwachstum bei Patienten mit fortgeschrittenen Darmkrebs, die nicht auf eine Chemotherapie angesprochen haben, um 46 Prozent - und damit besser als erwartet - verlangsamt habe. Amgen will den Einsatz des Mittels auch bei anderen Krebserkrankungen überprüfen. Noch in der laufenden Woche will Amgen den Zulassungsprozess für Panitumumab bei der US-Gesundheitsbehörde FDA einleiten.

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