Milliardenschwere Geschäftsabschlüsse
Boeing stiehlt Airbus in Dubai die Schau

Der US-Luftfahrtkonzern Boeing wird seinen Erzrivalen Airbus bei der Zahl der Neubestellungen 2005 erstmals seit der Jahrtausendwende wieder übertrumpfen. Die erfolgreiche Aufholjagd beim Bau ziviler Flugzeuge zeichnet sich nach milliardenschweren Geschäftsabschlüssen auf der Dubai Air Show ab. Die Messe, die noch bis Donnerstag läuft, verdeutlicht den steilen Aufschwung des Mittleren Ostens in der Weltluftfahrt.

FRANKFURT. Innerhalb weniger Tage sammelte Boeing Aufträge über 138 Flugzeuge im Wert von rund 17 Mrd. US-Dollar ein, darunter eine Bestellung des wichtigen Prestigekunden Emirates Airlines über gut neun Mrd. Dollar. Die maßlos ambitionierte Fluggesellschaft aus Dubai orderte 42 Langstreckenflugzeuge vom zweistrahligen Typ Boeing 777 und sorgte damit für getrübte Mienen beim Konkurrenten Airbus. Die Bestellung gilt zum einen als Hinweis darauf, dass Emirates mit dem Airbus-Vierstrahler A340-500 nicht recht zufrieden ist.

Die Staatslinie aus Dubai machte während der Messe zudem deutlich, dass für sie auch eine Großbestellung der neuen Boeing 787 in Frage kommen könnte. Bisher hieß es in der Branche, die Passagierkapazität des „Dreamliner“ sei zu klein für die Ansprüche von Emirates. Airbus hatte sich deshalb Hoffnungen gemacht, den Durchbruch für sein etwas größeres 787-Konkurrenzmodell A350 in Dubai verkünden zu können – dank Emirates: Dessen Chairman Scheich Ahmed bin Saed Al-Maktoum nahm den Europäern jedoch Wind aus den Segeln: „Mit Blick auf A350 und 787 haben wir noch nicht entschieden, welchen Weg wir gehen.“

Die Töne wurden auch deshalb mit Überraschung aufgenommen, weil der Staatskonzern aus den Emiraten in den vergangenen Jahren als wichtigster Förderer von Airbus galt: Mit 43 Bestellungen ist Emirates der mit Abstand wichtigste Kunde des neuen Riesen-Airbus A380. Die Fluglinie verfolgt mit den doppelstöckigen Großraumjets für mehr als 500 Passagiere das Ziel, weltweit führende Langstrecken-Carrier wie Singapore Airlines, Air-France-KLM oder Lufthansa frontal anzugreifen. Mit dem jüngsten Boeing-Auftrag steigt die Zahl der bestellten Emirates-Flugzeuge auf insgesamt 132 Jets. Der Gesamtwert dieser Investitionen beträgt rund 37,4 Mrd. Dollar.

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