Milliardenstreit mit Argentinien
Repsol schaltet Weltbank ein

Repsol treibt seine milliardenschwere Schadensersatzforderung gegen Argentinien voran. Der spanische Ölkonzern hat nun die Weltbank eingeschaltet, um eine Schlichtung zu erzwingen.
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MadridIm Kampf um milliardenschweren Schadenersatz von Argentinien wegen der Zwangsverstaatlichung eines Tochterunternehmens hat der spanische Ölkonzern Repsol die Weltbank eingeschaltet. Repsol startete bei der Organisation das dazu erforderliche Schlichtungsverfahren, das sich über Jahre hinziehen kann.

Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, reklamierte es bei der argentinischen Präsidentin Cristina Fernandez einen Verstoß gegen ein spanisch-argentinisches Abkommen zum Investitionsschutz. Dies ist ein nötiger Schritt, um den Streit vor die Weltbank zu bringen. Deren zuständiges Schlichtungszentrum (ICSID) kann erst nach sechs Monaten über ein Verfahren entscheiden.

So lange soll den Streitparteien noch Zeit für eine Einigung gegeben werden. Repsol fordert von Argentinien mehr als zehn Milliarden Dollar. Vergangenen Monat beschloss die Regierung in Buenos Aires, 51 Prozent der Anteile an der argentinischen Repsol-Tochter YPF zu übernehmen.

Zuvor gehörten Repsol 57 Prozent. Der spanische Konzern gründet seine Ansprüche auf eine Gesamtbewertung der früheren Tochter von 18 Milliarden Dollar. Die spanische Regierung und EU-Vertreter haben Argentinien wegen der Enteignung Konsequenzen angedroht. Doch Experten sehen hier nur begrenzte Möglichkeiten, da Argentinien in der Vergangenheit vom ICSID verhängte Strafen ignoriert hatte.

Zudem ist das Land nach einer Staatspleite seit zehn Jahren von den weltweiten Kreditmärkten ausgeschlossen und daher über diesen Hebel international kaum unter Druck zu setzen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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