Milliardenstreit um Adtranz-Kauf soll beigelegt werden
Bombardier will Frieden mit Daimler-Chrysler

Der Vorstandsvorsitzende des kanadischen Verkehrstechnik-Konzerns Bombardier, Paul Tellier, will den Streit mit dem Autokonzern Daimler-Chrysler um eine Schadensersatzforderung von 1 Milliarden US-Dollar beenden.

BERLIN. Er würde „lieber heute als morgen“ eine friedliche Einigung in dem seit zwei Jahren schwelenden Konflikt erzielen, sagte Tellier dem Handelsblatt. Der Streit steht im Zusammenhang mit dem Verkauf des Bahntechnik-Herstellers Adtranz von Daimler-Chrysler an Bombardier im Jahr 2001. Der Stuttgarter Konzern wollte sich am Mittwoch zu dem Vorstoß des kanadischen Unternehmens noch nicht äußern.

Tellier sagte, er suche eine schnelle Lösung des Konflikts noch vor einer Entscheidung des von Bombardier angerufenen Schiedsgerichts der Internationalen Handelskammer. Mit einem Urteil sei dort erst 2005 zu rechnen. Die Kanadier haben Daimler-Chrysler bisher vorgeworfen, versteckte Kosten aus Verträgen mit alten Adtranz-Kunden in den Verkaufsverhandlungen nicht deutlich genug angegeben zu haben. Diese Kosten waren seinerzeit mit 850 Mill. Euro beziffert worden. „Wir haben zwar gute Karten in dem Fall“, erklärte Tellier, „doch wir wollen das Problem eher lösen.“

Tellier sagte dem Handelsblatt, die mit ihrer weltweiten Konzernzentrale in Berlin ansässige Bahntechnik-Sparte Transportation werde sich womöglich von dem wenig ertragreichen Geschäft mit dem Bau von Straßenbahnen und Stadtbahnen trennen. Der Bereich „Light Rail“ sei zwar profitabel und habe einen guten Marktanteil. Er gehöre allerdings nicht zum Kerngeschäft. Ergebe sich eine Möglichkeit, dieses Geschäft „auf eine andere Basis zu stellen“, sei man für Vorschläge offen, bestätigte Tellier Marktgerüchte. Tellier war vor einem Jahr als Sanierer des in Schieflage geratenen drittgrößten Flugzeugbauers und größten Bahnherstellers der Welt angetreten.

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