Industrie

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Milliardenübernahme: ABB schielt Richtung USA

Der Schweizer Siemens-Konkurrent ABB steht vor einer Milliardenübernahme in den USA. Der Elektrokonzern kauft für rund vier Milliarden Dollar Thomas & Betts.

Das ABB-Logo auf dem Dach einer der Werkstätten nahe Zürich. Quelle: Reuters
Das ABB-Logo auf dem Dach einer der Werkstätten nahe Zürich. Quelle: Reuters

New York/ZürichDer Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB baut mit einer Milliardenübernahme sein Geschäft in den USA aus. Für 3,9 Milliarden Dollar will ABB die auf Niederspannungsprodukte spezialisierte Thomas & Betts übernehmen. „Die Übernahme ist ein weiterer großer Schritt auf dem Weg zu unserem Ziel, unsere Präsenz auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt auszubauen“, sagte ABB-Chef Joe Hogan am Montag.

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Die Aktionäre sollen 72 Dollar je Aktie in bar erhalten - das entspricht einem Aufschlag von gut 24 Prozent zum Schlusskurs vom Freitag. Der Verwaltungsrat von Thomas & Betts hat der Übernahme bereits zugestimmt. „Das ist der richtige Zeitpunkt für diese Transaktion. Ich bin fest davon überzeugt, dass ABB der richtige Partner für unseren Weg in die Zukunft ist“, sagte Thomas & Betts-Vorstandschef Dominic J. Pileggi.

ABB steigt mit dem Zukauf nach eigenen Angaben zu einem der größten Anbieter von Niederspannungsprodukten wie Verbindern, Kabelkanälen und Armaturen in Nordamerika auf. Vor allem durch Einsparungen im Einkauf rechnet der Siemens -Konkurrent ab 2016 mit jährlichen Synergieeffekten von rund 200 Millionen Dollar. Im ersten Jahr nach Abschluss des Zukaufes - der für Mitte 2012 erwartet wird - soll sich die Transaktion positiv auf das Ergebnis auswirken. Die Integrationskosten schätzt ABB-Chef Hogan auf rund 80 Millionen Dollar.

Für die Übernahme hat sich der Schweizer Konzern eine voll gezeichnete Überbrückungsfinanzierung von Bank of America Merrill Lynch über vier Milliarden Dollar gesichert, die über Barmittel und die Ausgabe von Anleihen zurückbezahlt werden soll. Thomas & Betts wurde von der Deutschen Bank beraten. Die beiden Unternehmen vereinbarten, dass die Transaktion als Fusion strukturiert werden soll, die noch von den Thomas & Betts-Aktionären auf einer Hauptversammlung im zweiten Quartal genehmigt werden muss.

Thomas & Betts mit Hauptsitz in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee beschäftigt rund 9400 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen nach vorläufigen Schätzungen einen Umsatz von rund 2,3 Milliarden Dollar und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 390 Millionen Dollar. ABB kam im US-Niederspannungsmarkt bislang auf einen Umsatz von 240 Millionen Dollar. Die Schweizer hatten zuletzt eine Reihe von Übernahmen gestemmt, vor allem in den USA, um ihre Position dort zu stärken. Unter anderem hatte ABB den US- Industriemotorenhersteller Baldor für mehr als vier Milliarden Dollar und das US-Softwareunternehmen Ventyx für mehr als eine Milliarde Dollar übernommen.

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