Milliardenübernahme
Autolacksparte von DuPont geht an Finanzinvestor

Der US-Finanzinvestor Carlyle schluckt das Autolackgeschäft von DuPont. Die Beteiligungsgesellschaft übernimmt auch die Pensionsverpflichtungen. Was hinter dem 4,9-Milliarden-Dollar-Deal steckt.
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FrankfurtUS-Finanzinvestor wagt Milliardenübernahme: Die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Carlyle will sich für 4,9 Milliarden Dollar das Autolackgeschäft des US-Chemiekonzerns DuPont einverleiben. Die Transaktion solle spätestens im ersten Quartal 2013 unter Dach und Fach gebracht werden, teilten beide Unternehmen am Donnerstag mit. Der Autolackbereich DuPont Performance Coatings (DPC) hat derzeit rund 11.000 Beschäftigte. Für dieses Jahr plante DuPont zuletzt in dem Segement, das unter anderem mit der BASF -Lacksparte Coatings konkurriert, einen Umsatz von mehr als vier Milliarden Dollar. Anleger fanden Gefallen dem Verkauf: Die DuPont-Aktie legte zu.

Der Finanzinvestor Carlyle ist kein Unbekannter im Industrie- und Automobilsektor. Zu den Beteiligungen von Carlyle gehören bereits Gesellschaften wie der Autovermieter Hertz sowie die Firmen Allison Transmission und PQ Corporation. Die Übernahme des DuPont-Geschäfts ist einer der bislang größten Deals in der US-Beteiligungsbranche in diesem Jahr. Die bislang größte Übernahme war vor einigen Monaten der Kauf der Öl- und Gasgeschäfte der El Paso Corp für rund 7,15 Milliarden Dollar durch ein Konsortium um die Beteiligungsfirma Apollo.

DuPont-Chefin Ellen Kullman will den in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware ansässigen Konzern noch stärker auf das Geschäft mit Materialien und Biotechnologie sowie Agrarchemie und die Ernährungsindustrien ausrichten und den Anteil klassischer Chemieaktivitäten weiter verringern. So hatte DuPont im vergangenen Jahr für rund 6,4 Milliarden Dollar den Lebensmittelzusatz-Hersteller Danisco übernommen und damit seine Geschäfte im Ernährungssektor deutlich ausgeweitet. In diese Strategie passte das nur schwach wachsende Autolackgeschäft DPC nicht mehr. "Wir haben festgestellt, dass sich das volle Wachstumspotenzial von DPC am besten außerhalb von DuPont und durch einen Verkauf an Carlyle erzielen lässt", erklärte Kullman.

Aber auch nach der Trennung wird DuPont weiterhin im Geschäft mit der Automobilindustrie tätig sein. Rund drei Milliarden Dollar Umsatz werde DuPont dann mit der Branche noch erzielen, erklärte Kullman. Zu den großen Kunden der DuPont-Sparte DPC gehörten zuletzt unter anderem die US-Autobauer Ford und General Motors. Als Teil der Transaktion wird Carlyle zudem rund 250 Millionen Dollar an Pensionsverpflichtungen von DuPont übernehmen. Überlegungen zur Veräußerung der DuPont-Sparte waren bereits im Oktober bekanntgeworden. Das Geschäft gilt als attraktiv für Beteiligungsgesellschaften, weil sich aus deren Sicht leicht Kosten einsparen lassen. Auch KKR, Bain Capital, TPG Capital und Onex hatten sich die Sparte angeschaut.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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