Milliardenübernahme
Conti kauft Motorola die Autoelektronik ab

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental erwirbt für eine Milliarde Dollar das Autoelektronikgeschäft des Handy-Riesens Motorola. Beide Unternehmen gaben am Montag in Hannover den Abschluss des Kaufvertrages bekannt.

HB HANNOVER. „Dieser strategische Schritt wird unsere Position als Lieferant von Sicherheitssystemen für die Automobilindustrie stärken und uns im Bereich der Automobilelektronik ein großes Stück voranbringen“, sagte Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer. Der Autozulieferer erwartet durch die Übernahme aber keine großen Kosteneinsparungen. Das sei keine Geschichte von Synergien, sondern eher eine von der Übernahme eines Geschäfts, erklärte Wennemer.

Der Vollzug des Erwerbs mit einem Jahresumsatz von knapp 1,6 Mrd. Dollar und 4 500 Mitarbeitern werde noch im ersten Halbjahr 2006 erwartet, hieß es. Die zuständigen Kartellbehörden müssten noch zustimmen. An der Börse stieg die Conti-Aktie um fast zwei Prozent.

Continental hatte erst vor kurzem Zukäufe angekündigt. Für Akquisitionen könne der Konzern vier Mrd. Euro ausgeben, hatte Wennemer Ende Februar gesagt. Conti wolle in dem bereits voll entbrannten weltweiten Konsolidierungsprozess in der Branche zu den Gewinnern gehören.

Der Erwerb der Automobilelektronik-Sparte von Motorola sei für Conti ein „weiterer Meilenstein“ auf dem eingeschlagenen Weg, die individuelle Mobilität sicherer und komfortabler zu machen, hieß es. Die Produktpalette werde um eine „komplett neue und hoch innovative Technologie“ erweitert, nämlich der Telematik. Die Automobilelektronik-Sparte von Motorola wird in den Conti- Konzernbereich Automotive Systems integriert.

Motorola (Schaumburg/US-Bundesstaat Illinois) erzielte mit seiner Automobilelektronik-Sparte mit weltweit rund 4 500 Beschäftigten den Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2005 einen Umsatz von knapp 1,6 Mrd. Dollar. Die wesentlichen Produktions- und Entwicklungsstandorte sind in den USA, Mexiko, Frankreich und China.

Die Sparte stellt elektronische Steuerungselemente für den Antriebsstrang, für die Fahrwerkskontrolle sowie für Komfortelemente her. Insbesondere entwickle und fertige Motorola in das Fahrzeug installierte Telematik-Produkte, hieß es. Diese ermöglichten die Kommunikation aus dem Auto mit anderen Netzwerken und würden für eine Reihe von neuartigen Sicherheits- und Komfortfunktionen - etwa Telekommunikation und Navigation - im Auto eingesetzt.

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