Milliardenübernahme
Essent und RWE kommen sich näher

Die milliardenschwere Übernahme des führenden niederländischen Energieversorgers Essent durch den deutschen Energieriesen RWE ist näher gerückt, hängt aber vorerst noch in der Schwebe. Die Provinzregierung von Limburg, die 16,1 Prozent der Anteile an Essent hält, stimmte am Dienstag in Maastricht dem Verkauf an RWE erwartungsgemäß zu.

DÜSSELDORF. RWE-Chef Jürgen Großmann versucht, den Widerstand in den Niederlanden gegen das Übernahmeangebot für den größten Versorger des Landes, Essent, mit festen Investitionszusagen zu brechen. Die beiden Unternehmen schlossen einen bindenden Vertrag über milliardenschwere Investitionen in eine erneuerbare und klimaschonende Stromerzeugung. Das Abkommen soll von einer unabhängigen Stiftung überwacht werden, der auch Vertreter der bisherigen Anteilseigner angehören, wie die beiden Partner gestern bekannt gaben.

Mit dem Vertrag wollen RWE und Essent vor allem dem größten Aktionär Nord-Brabant eine Brücke bauen. Die Regierung der Provinz, die 30,8 Prozent der Anteile hält, will der Offerte zwar zustimmen. Sie müsste sich dafür aber über eine Empfehlung des Regionalparlaments hinwegsetzen, das sich Ende April überraschend und knapp gegen die Transaktion ausgesprochen hatte. Damals hatten selbst Abgeordnete der Regierungsfraktion Kritik an RWEs angeblich mangelndem Engagement bei erneuerbaren Energien geäußert. Mit dem Vertrag hoffen RWE und Essent, der Regierung ein passendes Argument zu liefern, um die Bedenken der Parlamentarier zu entkräften.

Wie es in den Niederlanden aus Branchenkreisen heißt, wird mit einer Zustimmung Nord-Brabants gerechnet. Am Montagabend habe sich auf einer Versammlung der Anteilseigner eine breite Zustimmung abgezeichnet. In den kommenden Tagen dürften bei RWE nach und nach verbindliche Zusagen eingehen. Die Provinz Limburg, die 16,1 Prozent hält, gab das bereits gestern bekannt.

Offenbar fürchtet auch die Opposition in Nord-Brabant, dass sich die Provinzregierung nicht an die Empfehlung hält. Sie setzte kurzfristig eine Sondersitzung am kommenden Freitag durch. Die Regierung vertagte deshalb die eigentlich für gestern geplante Entscheidung, ob sie das Angebot annimmt oder nicht.

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